Nike stellt seine regionale Führung neu auf und setzt damit ein klares Signal für den Rest des Geschäftsjahres 2026. Die Aktie bewegt sich heute im Bereich von 65 bis 66 US‑Dollar, während der Markt die Personalentscheidungen und angepassten Analystenziele einordnet. Im Zentrum steht die Frage, ob die neue Struktur die Schwäche in China und die Belastung durch Zölle ausreichend abfedern kann.
Neue Chefs für EMEA und China
Auslöser für die jüngste Stimmungsveränderung ist ein deutlicher Umbau im Management der internationalen Regionen. Nike reagiert damit auf anhaltende Umsatzrückgänge in wichtigen Auslandsmärkten.
Zum 2. Februar übernimmt César Garcia die Rolle des VP/GM für die Region EMEA (Europa, Nahost, Afrika) und löst damit den langjährigen Verantwortlichen Carl Grebert ab. Parallel dazu wird die 25‑jährige Nike-Veteranin Cathy Sparks neue VP/GM für Greater China und folgt auf Angela Dong.
Der Schritt ist direkt mit dem deutlichen 17‑prozentigen Umsatzrückgang in Greater China im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 verknüpft. Viele Anleger sehen in Sparks’ Ernennung einen zentralen Baustein, um Marktanteilsverluste in dieser bislang wachstumsstarken Region zu stoppen. Die Personalwechsel sind Teil des „Win Now“-Programms von CEO Elliott Hill, das schnellere Entscheidungen und eine stärker lokal ausgerichtete Umsetzung im Tagesgeschäft vorsieht.
Analysten senken Ziele, bleiben positiv
Im Anschluss an die jüngsten Zahlen und die Führungswechsel haben mehrere große Häuser ihre Modelle überarbeitet. Die Kursziele wurden gesenkt, die grundsätzlichen Kaufempfehlungen jedoch beibehalten.
- KeyBanc Capital Markets: Rating „Overweight“ bestätigt, Kursziel von 90 auf 75 US‑Dollar reduziert (Mitteilung von gestern).
- RBC Capital: „Outperform“ bestätigt, Kursziel 78 US‑Dollar.
- Bernstein: weiter positiv mit einem Kursziel von 85 US‑Dollar.
In der Summe signalisieren die Einschätzungen: Kurzfristig sehen Analysten höhere Ausführungsrisiken und bremsende Makrofaktoren, auf dem aktuellen Kursniveau im mittleren 60‑Dollar-Bereich gilt die Bewertung jedoch als moderat – vorausgesetzt, die neue Führung kann insbesondere den chinesischen Markt stabilisieren.
Zölle drücken auf Marge
Parallel zu den internen Maßnahmen bleibt der externe Kostendruck hoch. Das Management rechnet im laufenden Geschäftsjahr 2026 mit einer Belastung aus Handelzöllen von rund 1,5 Milliarden US‑Dollar. Diese Zusatzkosten setzen die Bruttomargen spürbar unter Druck und haben mehrere Analysten zu vorsichtigeren Gewinnprognosen veranlasst.
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Hinzu kommt die unterschiedliche Entwicklung der Vertriebskanäle. Während der Großhandelsumsatz in den jüngsten Berichten um 8 % zulegen konnte, schwächelt das margenträchtigere Direct-to-Consumer-Geschäft. Genau hier soll die neue regionale Aufstellung ansetzen und die Attraktivität der Marke wieder stärken.
Partner bewegt sich: Hibbett und DoorDash
Im weiteren Umfeld der Marke gibt es zudem Neuigkeiten von einem wichtigen Handelspartner. Gestern meldete der US-Sporthändler Hibbett eine Kooperation mit dem Lieferdienst DoorDash, um On‑Demand‑Lieferungen direkt aus den Filialen anzubieten.
Wichtig ist die Abgrenzung: Es handelt sich um eine Hibbett-Initiative, nicht um eine direkte Partnerschaft zwischen Nike und DoorDash. Da Hibbett jedoch zu den zentralen Großhandelspartnern zählt, erhöht die Vereinbarung die kurzfristige Verfügbarkeit von Nike-Produkten für Endkunden. Sie spiegelt damit vor allem eine Veränderung im Ökosystem der Handelspartner wider, nicht in Nikes eigener Digitalstrategie.
Marktausblick und Kennzahlen
Die Ausgangslage für die Aktie ist klar umrissen: Die Bewertung fällt im Vergleich zu historischen Niveaus niedriger aus, gleichzeitig begrenzen operative Unsicherheiten das kurzfristige Aufwärtspotenzial. Eine Dividendenrendite von rund 2,5 % stützt die Unterseite, während belastbare Fortschritte in China als Voraussetzung für eine nachhaltige Kurserholung gelten.
Wesentliche Daten im Überblick:
- Aktueller Kursbereich: 65–66 US‑Dollar
- Analysten-Konsens: Kauf-/Übergewichten-Ratings, Kursziele überwiegend bei 75–78 US‑Dollar
- Führungspersonal: Cathy Sparks (Greater China), César Garcia (EMEA)
- China-Belastung: Umsatzminus von 17 % in Greater China (Q2 GJ 2026)
- Zollkosten: Erwartete Zusatzbelastung von 1,5 Mrd. US‑Dollar im Geschäftsjahr 2026
Der nächste Quartalsbericht wird damit zu einem zentralen Prüfstein: Dort wird sich zeigen, ob die personellen Veränderungen erste Zeichen einer Stabilisierung in Asien und eine bessere Balance zwischen Großhandel und Direktgeschäft unterstützen.
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