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Nike Aktie: Converse bricht um 35 Prozent ein

Nike reicht Conflict-Minerals-Bericht ein, während Quartalszahlen Druck auf die Aktie ausüben. Großhandel wächst, Direktgeschäft schrumpft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Regulatorische Pflichtmitteilung eingereicht
  • Umsatz im dritten Quartal stagniert
  • Direktvertrieb und China schwächeln
  • Aktie notiert nahe 50-Tage-Linie

Nike startet in die neue Handelswoche mit einer Pflichtmitteilung statt einer Produktneuheit. Das Unternehmen reichte nach Börsenschluss am Freitag seinen jährlichen Conflict-Minerals-Bericht ein — ein regulatorisches Routinedokument, das die Lieferkettentransparenz beleuchtet, aber am eigentlichen Investmentcase wenig ändert.

Was die neue Meldung enthält

Nike legte den Bericht gemäß Rule 13p-1 für das Geschäftsjahr 2025 vor. Die meisten Nike-Produkte benötigen die vier regulierten Mineralien — Zinn, Tantal, Wolfram und Gold — nicht für ihre Herstellung. Für einen Teil der beauftragten Schuhwaren, Bekleidung und Ausrüstung gelten jedoch Offenlegungspflichten. Konkret identifizierten Lieferanten 99 Schmelzwerke und Raffinerien, die die relevanten Mineralien verarbeitet haben könnten. Alle betroffenen Lieferanten reichten vollständige Berichte ein. Nike kauft diese Rohstoffe nicht direkt ein und betreibt keine eigenen Fertigungsanlagen.

Das eigentliche Problem: Zahlen, die unter Druck stehen

Die Pflichtmitteilung lenkt kurz von den fundamentalen Baustellen ab. Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erzielte Nike einen Umsatz von 11,3 Milliarden Dollar — auf Vorjahresniveau, währungsbereinigt aber drei Prozent im Minus. Die Bruttomarge sank um 130 Basispunkte auf 40,2 Prozent, hauptsächlich wegen höherer Zölle in Nordamerika.

Besonders auffällig war die Schere zwischen den Vertriebskanälen. Der Großhandel wuchs um fünf Prozent, während Nike Direct um vier Prozent schrumpfte. Das Digitalgeschäft der Nike-Marke verlor neun Prozent, Converse brach sogar um 35 Prozent ein. Der Markt wartet auf Zeichen, dass Nike das Direktgeschäft stabilisieren kann — ohne Rabattaktionen oder übermäßige Abhängigkeit vom Großhandel.

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China bleibt ein weiteres Sorgenkind. Der Umsatz in Greater China lag im dritten Quartal bei 1,6 Milliarden Dollar, währungsbereinigt zehn Prozent unter Vorjahr. Über die vergangenen drei Quartale lag der China-Umsatz rund 28 Prozent unter dem Niveau von vor fünf Jahren — obwohl der lokale Sportartikelmarkt in dieser Zeit gewachsen ist.

Kurs nahe am 50-Tage-Durchschnitt

Die Nike-Aktie schloss am Freitag bei 39,60 Euro, ein Minus von 2,6 Prozent. Seit Jahresbeginn hat der Titel rund 27 Prozent verloren und notiert mehr als 40 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 68,37 Euro. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 39,40 Euro liegt knapp unter dem aktuellen Kurs — eine technische Marke, die kurzfristig als Orientierung dient. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 52,19 Euro zeigt, wie weit die Aktie noch von einer nachhaltigen Erholung entfernt ist.

Makrodaten prägen die Woche

Den nächsten wichtigen Unternehmenskatalysator liefert Nike erst im Juni mit dem Bericht zum vierten Quartal. Bis dahin bestimmt das Makroumfeld die Stimmung. In dieser Woche stehen der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, JOLTS-Stellendaten, ADP-Beschäftigungszahlen, der ISM-Dienstleistungsindex und am Freitag der offizielle US-Arbeitsmarktbericht auf dem Kalender. Starke Arbeitsmarktdaten könnten die Konsumerwartungen stützen — und damit auch die Stimmung für Sportartikelwerte. Schwache Zahlen würden den Druck auf Nike verstärken, das Direktgeschäft ohne Preiszugeständnisse zu stabilisieren.

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