Stagnierende Umsätze, aber steigende Gewinne. Bei NIBE Industrier klaffen die operativen Kennzahlen im ersten Quartal 2026 auseinander. Die Analysten reagieren auf diese Entwicklung mit extrem unterschiedlichen Kurszielen.
Der schwedische Heiztechnik-Spezialist verzeichnete von Januar bis März Erlöse von 9,65 Milliarden Schwedischen Kronen. Das entspricht einem minimalen Rückgang zum Vorjahr. Dennoch verbesserte das Management die Profitabilität deutlich.
Der Gewinn je Aktie stieg auf 0,25 Kronen. Auch das operative Ergebnis überzeugte. Es kletterte auf 868 Millionen Kronen und übertraf damit die durchschnittlichen Markterwartungen spürbar.
Wärmepumpen stützen das Geschäft
Intern zeigt sich eine klare Zweiteilung. Die Sparte für Wärmepumpen stützt das gesamte Geschäft. Das Segment wuchs organisch um gut zehn Prozent und lieferte bessere Margen. Marktbeobachter sehen hier eine Stabilisierung der europäischen Nachfrage.
Das Kamingeschäft kämpft indes mit Gegenwind. Das Management macht dafür die schwache Konsumstimmung verantwortlich. Mögliche US-Zölle bereiten dem Vorstand aktuell keine Sorgen. NIBE plant keine Verlagerung der Produktion von Kanada in die USA.
Analysten völlig uneins
Die Quartalszahlen spalten die Expertenwelt. Ein massiver Spagat. Goldman Sachs rät weiterhin zum Verkauf und sieht das Kursziel bei lediglich 34 Kronen. Andere Häuser zeigen sich deutlich optimistischer:
- Pareto Securities: „Buy“ mit Ziel 52 Kronen.
- Nordea: „Buy“ mit Ziel 51 Kronen.
- Inderes: „Add“ mit Ziel 44 Kronen.
- Citi: „Neutral“ mit Ziel 44 Kronen.
- SEB: „Hold“ mit Ziel 43 Kronen.
Aktie unter Druck
Die Aktie notiert aktuell ex-Dividende. Für das abgelaufene Geschäftsjahr schüttet NIBE 0,35 Kronen je Anteilsschein aus. Rund um die Zahlenvorlage erlebte das Papier hohe Volatilität.
An der Börse kostet der Titel derzeit 3,69 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von gut sieben Prozent auf der Anzeigetafel. Damit bewegt sich der Kurs sehr nah an seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Die weitere Kursentwicklung hängt nun stark vom europäischen Wärmepumpenmarkt ab. NIBE muss beweisen, dass die Stabilisierung im Hauptsegment anhält. Nur so lässt sich die anhaltende Schwäche im Kamingeschäft dauerhaft ausgleichen.
