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Nexi Aktie: EZB holt sie für den digitalen Euro ins Boot

Der seit September wirksame EZB-Vertrag bindet Nexi in die Netzwerkinfrastruktur ein; Umsatz und Ergebnisbeitrag sind noch offen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Zehnjähriger Infrastrukturvertrag mit der EZB
  • Deutsche Telekom ist Nexis Konsortialpartner
  • Netzwerk unterstützt den geplanten Pilotbetrieb
  • Umsatz- und Gewinnbeitrag noch unbekannt

Nexi übernimmt gemeinsam mit Deutsche Telekom einen Teil der Netzwerkinfrastruktur für den geplanten digitalen Euro. Der Auftrag der Europäischen Zentralbank läuft zehn Jahre und umfasst auch die Unterstützung des Pilotbetriebs. Für Anleger eröffnet das Projekt eine langfristige Perspektive. Wie viel Umsatz und Gewinn Nexi daraus erzielen kann, ist allerdings noch nicht veröffentlicht.

Verbindung zwischen Plattform und Zahlungsdienstleistern

Nexi hatte die Auswahl der Bietergemeinschaft am Freitag bekannt gegeben. Das Konsortium ist einer von zwei ausgewählten Anbietern. Sein Netzwerk soll die Rechenzentren der Digital-Euro-Serviceplattform mit nationalen Zentralbanken, Zahlungsdienstleistern und weiteren zugelassenen Teilnehmern verbinden.

Gefordert ist eine sichere, widerstandsfähige und skalierbare Verbindung. Der Auftrag betrifft damit die technische Infrastruktur des Vorhabens, nicht die Entscheidung über eine Einführung des digitalen Euro. Diese Unterscheidung ist für die Bewertung der Nachricht zentral: Ein erteilter Netzwerkauftrag bedeutet noch keinen beschlossenen Start der digitalen Währung.

Der Vertrag mit Nexi und Deutsche Telekom ist seit dem 28. September wirksam. Das zweite Konsortium besteht aus Telefónica und Minsait-Indra. Dessen Vertrag soll voraussichtlich im Mai 2027 beginnen.

Pilotbetrieb als nächster Prüfstein

Die EZB plant den Pilotversuch für die zweite Hälfte 2027. Er soll zwölf Monate dauern und 36 Zahlungsdienstleister einbeziehen. Auch ausgewählte Händler und Zentralbankpersonal sollen teilnehmen.

Damit hat Nexi eine konkrete Aufgabe innerhalb der Vorbereitung übernommen. Das Netzwerk soll bereits den Testbetrieb unterstützen und nicht erst bei einer möglichen späteren Ausgabe zum Einsatz kommen. Der Pilot ist damit ein wichtiger nächster Schritt des Projekts.

Beide Netze sollen bis 2029 für eine mögliche Ausgabe bereitstehen. Voraussetzung bleiben jedoch ein europäischer Rechtsrahmen und eine endgültige Entscheidung des EZB-Rats. Der Zeitplan beschreibt folglich die angestrebte technische Bereitschaft, keine verbindliche Zusage zur Einführung.

Ergebnisbeitrag bleibt offen

Für Nexi steht zunächst die langfristige Einbindung in das Infrastrukturprojekt im Vordergrund. Ohne Angaben zu Margen und Ergebnisbeitrag lässt sich die wirtschaftliche Bedeutung für das Unternehmen noch nicht belastbar beziffern. Die Vertragslaufzeit allein ersetzt diese Angaben nicht.

Bei einem aktuellen Kurs von 4,49 € richtet sich der Anlegerblick damit auf die Frage, wie sich der Auftrag künftig im Geschäft niederschlägt. Entscheidend sind die Nexi zurechenbaren Erlöse und Kosten. Bis entsprechende Angaben folgen, belegt die Nachricht vor allem einen konkreten Projekterfolg – nicht bereits einen quantifizierbaren Gewinnschub.

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