Newmont profitiert von einem perfekten Timing: Während ein Buschfeuer die Produktion in Australien bremst, treibt der Goldpreis die Aktie auf ein neues Jahreshoch. Dazu kommt ein Chefwechsel, der den Fokus vom großen Übernahmedeal hin zur Effizienz im Tagesgeschäft verschiebt. Entscheidend ist nun, ob die starken Rahmenbedingungen den temporären Produktionsausfall klar überlagern – die jüngste Kursreaktion legt das nahe.
Goldrally überstrahlt Produktionsdelle
Auslöser der Kursstärke ist der kräftige Sprung beim Goldpreis. Das Edelmetall legte Anfang der Woche deutlich zu und näherte sich erneut seinem Rekordstand vom 24. Dezember. Hintergrund sind verschärfte geopolitische Spannungen nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA – ein klassisches Umfeld, in dem Anleger vermehrt in vermeintlich sichere Häfen wie Gold ausweichen.
Newmont als größter Goldproduzent der Welt ist einer der direkten Profiteure dieser Entwicklung. Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen rund 42 % zugelegt und gestern bei 109,06 US‑Dollar ein neues 52‑Wochen-Hoch markiert. Damit notiert der Titel aktuell exakt auf Rekordniveau und weit über dem 50- und 200-Tage-Durchschnitt, was den starken Aufwärtstrend unterstreicht.
Auch im längeren Rückblick fällt die Bilanz positiv aus: Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von knapp 196 %, seit Jahresbeginn rund 8 %. Die erhöhte Volatilität spiegelt dabei wider, wie sensibel der Markt auf Goldpreisschwankungen und Unternehmensnachrichten reagiert.
Buschfeuer in Boddington: Schaden begrenzt
Parallel zur Kursrally hat Newmont die Auswirkungen eines Buschfeuers in seiner wichtigen Boddington-Mine in Westaustralien konkretisiert. Das Unternehmen veröffentlichte dazu am 6. Januar ein operatives Update.
Kernpunkte des Unternehmensberichts:
- Erwarteter Produktionsausfall von rund 60.000 Unzen Gold im ersten Quartal 2026
- Abbau und Verarbeitung sind wieder angelaufen, die Aufbereitung läuft jedoch nur bei 50–60 % der Kapazität
- Teile der Wasserinfrastruktur wurden beschädigt; die vollständige Wiederherstellung wird bis Ende Februar erwartet
- Die Produktion für das Geschäftsjahr 2025 blieb unverändert, da der Betrieb bis weit in den Dezember hineinlief
Das Feuer war Mitte Dezember ausgebrochen und wurde bis zum 28. Dezember unter Kontrolle gebracht. Entscheidend für die Bewertung: Zentrale Einrichtungen wie Abbaugrube, Aufbereitungsanlage, Rückstandsspeicher und Verwaltungsgebäude blieben unversehrt. Der Markt bewertet den Vorfall daher als zeitlich begrenzte Delle, nicht als strukturelles Problem.
Dass die Aktie trotz der Meldung weiter zulegt, deutet darauf hin, dass Investoren den temporären Produktionsrückgang gegenüber dem Rückenwind durch den Goldpreis und die starke Ertragslage klar nachrangig einstufen.
Neue CEO, neuer Schwerpunkt
Zum Jahreswechsel hat Newmont zudem einen bedeutenden Führungswechsel vollzogen. Seit 1. Januar 2026 steht Natascha Viljoen an der Spitze des Konzerns. Sie folgt auf Tom Palmer, der das Unternehmen vor allem durch die Übernahme von Newcrest Mining im Jahr 2023 geprägt hat – den größten Zusammenschluss in der Geschichte der Goldbranche.
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Viljoen ist in der Branche als operative Spezialistin bekannt. Sie war zuvor CEO von Anglo American Platinum und anschließend COO bei Newmont. Ihre Berufung wird als Signal verstanden, dass nach der großen M&A-Phase nun die Optimierung des bestehenden Portfolios im Vordergrund steht: effizientere Minen, geringere Kosten, bessere Ausnutzung der erweiterten Produktionsbasis.
Palmers Fußabdruck
Unter Palmer hat Newmont die Basis für diese neue Phase gelegt:
- Abschluss der milliardenschweren Newcrest-Übernahme
- Rekordfreier Cashflow von über 4,5 Mrd. US‑Dollar im Jahr 2025
- Verkauf von sechs nicht zum Kerngeschäft gehörenden Assets mit einem Erlös von fast 5 Mrd. US‑Dollar
- Geschätztes bereinigtes EBITDA 2025 von rund 8,7 Mrd. US‑Dollar
Damit übergibt Palmer ein deutlich größer aufgestelltes, finanziell starkes Unternehmen an seine Nachfolgerin – allerdings mit der klaren Erwartung, dass die Integration und Effizienzhebel nun konsequent gehoben werden.
Bewertung, Goldausblick und Kennzahlen
Die aktuelle Bewertung zeigt, dass der Markt Newmont bereits einen gewissen Aufschlag zugesteht. Laut Zacks Research lag das Forward-KGV per 6. Januar bei 14,35 und damit über dem Branchenschnitt von 11,89. Gleichzeitig signalisiert ein PEG-Ratio von 0,61, dass das erwartete Gewinnwachstum diese Prämie aus Analystensicht rechtfertigen könnte.
Bei den Schätzungen stechen vor allem die erwarteten Ergebniszuwächse hervor:
- Konsens-EPS 2026: 6,12 US‑Dollar je Aktie, ein Plus von gut 76 % gegenüber dem Vorjahr
- Erwartetes EPS für Q4 2025: 1,61 US‑Dollar, rund 15 % mehr als im Vorjahresquartal
Die Analystenstimmung ist überwiegend positiv: Neun Experten decken die Aktie ab, davon stufen 44 % den Titel als „Strong Buy“ und weitere 44 % als „Buy“ ein, während 11 % auf „Hold“ bleiben. In Summe dominiert also ein klar konstruktiver Blick auf die weitere Entwicklung.
Auf der Makro-Seite liefert Morgan Stanley zusätzliche Unterstützung für das Gold-Szenario. Die Bank sieht den Goldpreis bis zum vierten Quartal 2026 bei bis zu 4.800 US‑Dollar je Unze. Begründet wird dies mit sinkenden Zinsen, einem Kurswechsel der US-Notenbank und anhaltend hohen Käufen der Zentralbanken. Nach einem Anstieg von 64,4 % im Jahr 2025 wäre dies eine Fortsetzung eines außergewöhnlich starken Zyklus.
Nächste Termine im Blick
In den kommenden Wochen rücken mehrere konkrete Ereignisse in den Fokus:
- Die Zahlen zum vierten Quartal 2025 werden um den 19. Februar 2026 erwartet
- Die vollständige Reparatur der Wasserinfrastruktur in Boddington soll bis Ende Februar abgeschlossen sein
- Der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag könnte die Erwartungen an den weiteren Zinskurs der Fed und damit den Goldpreis spürbar beeinflussen
Damit verbinden sich kurzfristig operative und makroökonomische Faktoren: Gelingt die rasche Normalisierung in Boddington und bleibt der Goldpreis auf hohem Niveau oder zieht sogar weiter an, hätte Newmont unter der neuen Führung von Natascha Viljoen eine solide Grundlage, um den starken Gewinnpfad der letzten Jahre fortzuschreiben.
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