Newmont beginnt das Jahr 2026 mit einem historischen Schritt: Erstmals in der mehr als 100-jährigen Unternehmensgeschichte übernimmt mit Natascha Viljoen eine Frau den Vorstandsvorsitz des größten Goldproduzenten der Welt. Der Wechsel ist seit Monaten vorbereitet und fällt in eine Phase, in der der Konzern operativ stark dasteht, aber vor der nächsten strategischen Etappe steht. Wie ist dieser Führungswechsel einzuordnen?
Geplanter Übergang an der Spitze
Zum 1. Januar 2026 tritt Viljoen offiziell die Rolle als President und CEO an und rückt gleichzeitig in den Verwaltungsrat auf. Sie folgt auf Tom Palmer, der seit Oktober 2019 an der Spitze stand und als zehnter CEO des Unternehmens gilt.
Der Übergang ist Teil einer langfristigen Nachfolgeplanung, nicht die Folge eines abrupten Abgangs. Palmer bleibt bis zu seinem endgültigen Ruhestand am 31. März 2026 als „Strategic Advisor“ an Bord. Damit soll ein geordneter Wissenstransfer sichergestellt werden, während Viljoen die operative Verantwortung vollständig übernimmt.
Profil der neuen CEO
Viljoen ist in der Branche keine Unbekannte. Sie kam 2023 als Executive Vice President und Chief Operating Officer zu Newmont und bringt mehr als 30 Jahre internationale Bergbauerfahrung über mehrere Rohstoffe und Kontinente mit.
Zu ihren wesentlichen Stationen zählen:
– CEO von Anglo American Platinum (heute Valterra), dem weltweit größten primären Platinproduzenten
– Mitglied des Group Management Committee von Anglo American plc
– Führungspositionen bei Anglo American, BHP und Lonmin
In der Branche gilt sie vor allem für drei Themen als profilbildend: Sicherheit, strikte operative Disziplin und der Aufbau leistungsstarker Teams. Als gebürtige Südafrikanerin und zweite Generation in einer Bergbaufamilie betont sie ihren Fokus auf operative Exzellenz, Kostendisziplin und eine sorgfältige Kapitalallokation.
Als ihre Ernennung im September 2025 bekanntgegeben wurde, sprach sie von einem „entscheidenden Moment“ und verwies auf das aus ihrer Sicht „stärkste Portfolio an langjährigen Gold- und Kupferprojekten der Branche“, das es sicher und effizient zu managen gelte.
Palmers Bilanz: Große Deals, neuer Maßstab
Tom Palmer hinterlässt einen Konzern, der sich in seiner Amtszeit deutlich verändert hat. Seine Periode war geprägt von großen Transaktionen, die Newmonts Rolle im globalen Goldsektor neu definiert haben.
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Zu den wichtigsten Projekten seiner Ära zählen:
– Übernahme von Goldcorp im Jahr 2019
– Gründung des Joint Ventures „Nevada Gold Mines“
– Die Übernahme von Newcrest, die im November 2023 abgeschlossen wurde
Palmer kam 2014 zu Newmont, stieg zunächst zum COO auf und übernahm 2019 den CEO-Posten. Parallel dazu ist er Vorsitzender des International Council on Mining and Metals (ICMM) und Vizevorsitzender des World Gold Council. Nach fast vier Jahrzehnten in der Branche zieht er nun einen Schlussstrich und zeigt sich überzeugt, dass Viljoen und Newmont die anstehenden Chancen nutzen werden.
Aktienentwicklung und Rahmenbedingungen
Die Aktie hat 2025 eine starke Entwicklung hingelegt: Nach einer deutlichen Rally erreichte der Kurs Ende Dezember ein 52‑Wochen-Hoch knapp über der Marke von 105 US‑Dollar, liegt aktuell mit rund 100 US‑Dollar aber leicht darunter. Der leichte Rücksetzer spiegelt vor allem die jüngste Schwäche bei Edelmetallen sowie eine erhöhte Volatilität im Goldpreis zum Jahresende wider.
Fundamental war 2025 für Newmont ein kräftiges Jahr. Im dritten Quartal übertraf der Konzern die Gewinnerwartungen deutlich: Der Gewinn je Aktie lag bei 1,71 US‑Dollar und damit klar über dem Konsens von 1,27 US‑Dollar. Die Erlöse stiegen im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 5,52 Milliarden US‑Dollar – ein Ausdruck der erweiterten Produktionsbasis und höherer Beiträge aus den integrierten Assets.
Starke Bilanz als Ausgangsbasis
Viljoen übernimmt ein Unternehmen mit solider finanzieller Basis. Zu den zentralen Kennziffern des dritten Quartals 2025 gehören:
- Rekordfreier Cashflow von über 1,6 Milliarden US‑Dollar
- Nahezu schuldenfreie Bilanz bei gleichzeitigem Barmittelbestand von 5,6 Milliarden US‑Dollar
- Aktienrückkäufe im Umfang von 3,3 Milliarden US‑Dollar
- Rating-Anhebung durch Moody’s auf A3
Diese Kennzahlen verschaffen der neuen CEO Spielraum, um das Portfolio gezielt zu justieren, ohne aus einer defensiven Position heraus agieren zu müssen. Die von ihr betonten Schwerpunkte – Portfoliostruktur, Kostendisziplin und Wertsteigerung für Aktionäre – bauen damit auf bereits umgesetzten Maßnahmen auf, statt einen radikalen Kurswechsel zu signalisieren.
Für 2026 rechnet Newmont mit einer Goldproduktion, die eher am unteren Ende der Spanne von 2025 liegen dürfte. Entlastung auf der Kostenseite soll unter anderem von der nun kommerziellen Ahafo-North-Mine in Ghana kommen, deren Produktionseinheiten zu den günstigeren im Konzernverbund zählen und Rückgänge an anderen Standorten teilweise ausgleichen sollen.
Ausblick unter neuer Führung
Die erste Bewährungsprobe in der Außendarstellung folgt relativ schnell: Im Februar 2026 legt Newmont die nächsten Quartalszahlen vor. Dann wird Viljoen erstmals als CEO die Ergebnisse präsentieren und ihre Prioritäten gegenüber dem Markt konkretisieren. Inhaltlich dürfte es dabei vor allem um drei Punkte gehen: die Feinjustierung des erweiterten Portfolios nach den großen Akquisitionen, klare Kostenziele vor dem Hintergrund schwankender Goldpreise und die Frage, wie der vorhandene finanzielle Spielraum – zwischen Investitionen, Rückkäufen und Bilanzstärke – künftig gewichtet wird.
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