Newmont Mining hat seinen Streit mit Barrick Gold auf eine neue Stufe gehoben. Am 7. April 2026 stellte das Unternehmen eine formelle Verzugsmitteilung bezüglich des gemeinsamen Nevada Gold Mines-Ventures aus — ein klarer Bruch mit der jahrelangen Kooperation, die seit 2019 Bestand hatte.
Vorwurf: Ressourcendiebstahl zulasten des Joint Ventures
Der Kern des Konflikts: Newmont wirft Barrick Gold vor, als Betreiber des Nevada Gold Mines-Konsortiums — des weltweit größten Goldproduzenten — gemeinsames Schwergut, technisches Personal und Verwaltungskapazitäten systematisch auf das eigene Fourmile-Projekt umgeleitet zu haben. Die Rede ist von „Ressourcenpiraterie“. Eine 30-tägige Frist zur Behebung der Mängel lief im März 2026 ergebnislos ab, woraufhin Newmont den rechtlichen Schritt vollzog. Für beide Unternehmen sind die Nevada-Operationen ein zentraler Pfeiler der langfristigen Produktionsplanung — der Ausgang des Rechtsstreits bleibt damit ein erheblicher Unsicherheitsfaktor.
Ein schwieriges Jahr mit Absicht
Parallel zur rechtlichen Eskalation hat CEO Natascha Viljoen 2026 offiziell als „Trough Year“ — ein bewusstes Produktionstief — eingestuft. Die Goldproduktion soll auf 5,3 Millionen attributierbare Unzen sinken, ein Rückgang von rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ursache sind planmäßige Abraumarbeiten in Tier-1-Minen wie Boddington in Australien und Ahafo South in Ghana, die höhergradiges Erz für 2027 erschließen sollen. Die kurzfristige Konsequenz: Die All-In Sustaining Costs steigen auf 1.680 US-Dollar je Unze, auch bedingt durch Buschbrände, die Ende 2025 australische Betriebe beeinträchtigten.
Trotz dieser Belastungen reagierten Anleger zunächst gelassen. Rekordhohe Goldpreise und die konsequente „Value over Volume“-Strategie des Unternehmens stützten die Stimmung. Der abgeschlossene 5-Milliarden-Dollar-Devestitionsprogramm — darunter der Verkauf der Akyem-Mine in Ghana an Zijin Mining für rund 770 Millionen Dollar nach Steuern — stärkt die finanzielle Basis zusätzlich.
Investitionen trotz Gegenwind
Für das laufende Jahr plant Newmont Investitionen von 3,35 Milliarden Dollar, davon 1,4 Milliarden für Entwicklungsprojekte. Schwerpunkte sind die Tanami Expansion 2 sowie Infrastrukturmaßnahmen im Tailings-Management bei Cadia und Boddington. Das angestrebte Jahresdividendenziel von 1,1 Milliarden Dollar soll trotz niedrigerer Produktion aus dem freien Cashflow bedient werden. Ob die Nevada-Auseinandersetzung mit Barrick Gold noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 beigelegt wird, dürfte maßgeblich beeinflussen, wie reibungslos dieser Plan aufgeht.
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