Die Auseinandersetzung um die Energieversorgung Puerto Ricos eskaliert juristisch. Gouverneurin Jenniffer González Colón hat heute eine Klage gegen NFEnergía LLC, eine Tochtergesellschaft von New Fortress Energy, vor dem US-Bundesgericht in Puerto Rico angeordnet. Ziel des rechtlichen Vorstoßes ist es, den Zugang zum unternehmenseigenen Terminal in San Juan für alternative Gaslieferungen zu erzwingen.
Hintergrund der gerichtlichen Schritte ist ein seit knapp zwei Wochen anhaltender Lieferausfall. Seit dem 16. September beliefert New Fortress Energy die Einheiten 5 und 6 des Kraftwerks San Juan nicht mehr mit Erdgas, woraufhin die Blöcke auf teureren Dieselbetrieb umgestellt werden mussten.
Ein Gasliefervertrag vom 4. Dezember 2025 räumt dem Energieversorger PREPA bei Lieferengpässen oder höherer Gewalt ein sogenanntes Tolling-Recht ein: Das Institut darf Erdgas über Drittanbieter beziehen und durch die Infrastruktur von New Fortress Energy leiten lassen.
Obwohl PREPA diese Vertragsklausel am 22. September aktivierte, wies das Unternehmen die geforderte Umsetzung laut Regierung zweimal schriftlich zurück. Die Klage verlangt nun Terminalverfügbarkeit, Entladeprotokolle für Transportschiffe sowie Verhandlungen über die Konditionen, verzichtet in der aktuellen Phase jedoch auf Schadenersatzforderungen.
Streit um den LNG-Tanker Amur River
Der Lieferstopp steht in direktem Zusammenhang mit logistischen Problemen in der Bucht von San Juan. Der Flüssigerdgastanker Amur River, der für die Belieferung des Kraftwerks vorgesehen war, wartete seit Mitte September vor dem Hafen auf die Einfahrtsgenehmigung.
Örtliche Hafenlotsen hatten Bedenken angemeldet: Mit einer Schiffsbreite von rund 44,24 Metern übertrifft der Tanker den zuvor festgelegten Richtwert von 43,40 Metern.
Die Lotsen forderten Sicherheitsgarantien sowie Bestätigungen des Hafenkapitäns, um eine Blockade des zentralen Fahrwassers auszuschließen. Über diesen Seeweg wickelt die Insel rund 85 Prozent ihrer Lebensmittelimporte sowie den gesamten flüssigen Treibstoff ab.
Am Samstag verließ das Schiff schließlich die Reede und lief vorübergehend in die Dominikanische Republik aus, um die Besatzung mit Vorräten zu versorgen.
New Fortress Energy reichte Unterlagen der US-Küstenwache bei Bundesrichterin Silvia L. Carreño Coll ein, die dem Schiff zwar die Einhaltung von Sicherheits- und Umweltstandards bescheinigten, jedoch keine explizite Einfahrtsfreigabe darstellten.
Die zuständige Richterin hatte gegen NFEnergía zuvor bereits eine Geldstrafe von 10.000 US-Dollar verhängt, da das Unternehmen gerichtlich angeforderte technische Dokumente nur unzureichend vorgelegt hatte.
Druck auf die Strompreise wächst
Für New Fortress Energy verschärft die juristische Front in Puerto Rico die operationellen Risiken im Karibikgeschäft. Für die Inselbevölkerung hat die Verzögerung spürbare Folgen: Da Dieselkraftstoff deutlich teurer ist als Erdgas, droht den Verbrauchern eine spürbare Erhöhung der Stromtarife.
Eine Rückkehr des Tankers Amur River nach Puerto Rico wurde frühestens für den morgigen Dienstag in Aussicht gestellt – eine Lösung für die Terminalnutzung durch Drittanbieter ist damit allerdings noch nicht erzielt.
Stand heute, 28. September: New Fortress Energy – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in New Fortress Energy investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 28. September gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
