Netflix zieht sich aus dem Bieterkampf um Warner Bros. Discovery zurück – und die Anleger sind erleichtert. Die Aktie schoss vorbörslich um über 8 Prozent nach oben auf 91,47 Dollar. Damit setzt sich die Erholung fort, die begann, nachdem die ersten Übernahmespekulationen im Herbst 2025 die Kurse belastet hatten.
Der Streaming-Riese wollte ursprünglich 83 Milliarden Dollar für das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner Bros. bieten. Doch Paramount Skydance, unter Kontrolle der Ellison-Familie, erhöhte sein Angebot von 30 auf 31 Dollar je Aktie – insgesamt 111 Milliarden Dollar für den gesamten Konzern inklusive TV-Sparte. Netflix hätte nachziehen können, entschied sich aber dagegen. Die Begründung: Bei einem höheren Gebot wäre der Deal finanziell nicht mehr attraktiv gewesen.
2,8 Milliarden Dollar Trostpflaster
Ganz leer geht Netflix trotzdem nicht aus. Paramount hatte sich bereits bereiterklärt, die Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar zu übernehmen, die Warner Bros. an Netflix zahlen muss. Diese Summe versüßt den Rückzug erheblich, wie DZ-Bank-Analyst Markus Leistner betonte. Zudem kündigte Netflix an, ein Aktienrückkaufprogramm wieder aufzunehmen – eine Nachricht, die bei Anlegern gut ankam.
Jefferies-Analyst James Heaney bezeichnete den Ausstieg als „taktisch das beste Szenario“. Seine Berechnungen zeigen: Auch ohne den Warner-Zukauf sind bis 2030 jährliche Umsatzsteigerungen von mindestens 10 Prozent und ein Ergebnisplus von durchschnittlich 20 Prozent drin. Das Analysehaus bestätigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 134 Dollar.
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Paramount übernimmt – aber nicht ohne Risiko
Für Paramount ist der Weg nun frei. Der von Larry Ellisons Sohn David geführte Konzern will mit der Übernahme in Hollywood deutlich an Gewicht gewinnen. Zu Warner Bros. gehören das DC-Superhelden-Universum mit Superman und Batman, die Harry-Potter-Reihe sowie HBO mit seinem starken Streaming-Geschäft.
Doch sicher ist der Deal noch nicht. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta kündigte eine Wettbewerbsprüfung an. Auch die Behörden in Washington werden das Geschäft genau unter die Lupe nehmen. Für den Fall eines Scheiterns hat sich Paramount verpflichtet, 7 Milliarden Dollar Strafe zu zahlen – ein Großteil davon wird von Larry Ellison persönlich garantiert. Der 81-jährige Tech-Mogul verfügt über ein geschätztes Vermögen von rund 200 Milliarden Dollar und kann sich dieses Risiko leisten.
In Hollywood herrscht derweil gemischte Stimmung. Während Netflix‘ Skepsis gegenüber dem Kino-Geschäft für Unbehagen sorgte, fürchten viele nun Stellenabbau durch Überschneidungen bei Paramount und Warner Bros. Besonders im Fokus: die Zukunft von CNN, dem Nachrichtensender, der oft kritisch über Donald Trump berichtet. Nach der Ellison-Übernahme von Paramount schlug die CBS-Redaktion bereits einen freundlicheren Ton gegenüber der Trump-Regierung an.
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