Goldman Sachs hat Netflix am Montag von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 100 auf 120 Dollar angehoben. Die Aktie legte daraufhin im vorbörslichen Handel um rund 3,25 Prozent auf über 98 Dollar zu. Timing und Begründung sind dabei bemerkenswert: Die Hochstufung fällt in eine Woche, in der Netflix sein bislang ambitioniertestes Live-Sportereignis auf britischem Boden austrägt.
Boxen als Monetarisierungstest
Am 11. April steigt Tyson Fury im Tottenham Hotspur Stadium gegen den Schwergewichtler Arslanbek Makhmudov — live und exklusiv auf Netflix. Es ist das erste Boxevent des Streamingdienstes aus dem Vereinigten Königreich, und Netflix behandelt es erkennbar als kommerzielles Testfeld.
Für die Übertragung in US-amerikanischen Gastronomiebetrieben, Hotels und Bars hat Netflix seine Vereinbarung mit EverPass Media ausgeweitet. In Großbritannien sicherte sich Sky Business die exklusiven Rechte zur Ausstrahlung in Pubs und Hospitality-Venues — die erste Zusammenarbeit beider Unternehmen überhaupt.
Der Hintergedanke ist klar: Sportübertragungen ziehen ein Publikum an, das Werbung nicht überspringt und für Werbetreibende höhere Preise rechtfertigt.
Werbeeinnahmen auf Wachstumskurs
Genau das macht die Werbestrategie für Investoren so interessant. Netflix‘ Werbeerlöse haben sich 2025 mehr als verdoppelt — von einem niedrigen Ausgangsniveau auf 1,5 Milliarden Dollar, ein Plus von 150 Prozent. Co-CEO Greg Peters erwartet für 2026 erneut eine Verdopplung auf rund 3 Milliarden Dollar.
Goldman-Analyst Eric Sheridan sieht zusätzliches Potenzial durch die im März 2026 vollzogenen Preiserhöhungen: Das werbefreie Standard-Abo kostet nun 19,99 Dollar monatlich (+2 Dollar), Premium 26,99 Dollar (+2 Dollar), das werbefinanzierte Tier 8,99 Dollar (+1 Dollar). Sheridan rechnet damit, dass diese Anpassungen bis Ende 2027 kumulativ rund 3 Milliarden Dollar zusätzlichen Umsatz generieren.
Seit 2023 hat Netflix eigene Aktien im Wert von 21 Milliarden Dollar zurückgekauft — im Schnitt rund 90 Prozent des jährlichen freien Cashflows. Zuletzt wurden die Rückkäufe im Zuge eines Übernahmeprozesses pausiert. Mit der 2,8 Milliarden Dollar schweren Abstandszahlung aus dem geplatzten Paramount-Skydance-Deal sieht Sheridan Netflix gut aufgestellt, um sowohl in Inhalte zu investieren als auch Aktionäre zu bedienen.
Quartalszahlen am 16. April
Am 16. April nach Börsenschluss legt Netflix die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vor. Es ist der erste Bericht nach den Preiserhöhungen im März, dem Scheitern des Warner-Bros.-Deals und einer Phase erhöhter Kursschwankungen.
Im vierten Quartal 2025 erzielte Netflix einen Umsatz von 12 Milliarden Dollar (+18 Prozent) und einen Gewinn je Aktie von 0,56 Dollar (+30 Prozent). Für Q1 2026 peilt das Management 12,16 Milliarden Dollar Umsatz und 0,76 Dollar EPS an — jeweils ein Plus von 15 Prozent. Ob der Fury-Kampf und das Live-Sportprogramm bereits messbare Spuren in den Werbeerlösen hinterlassen haben, wird die Telefonkonferenz am 16. April zeigen. Auf TipRanks bewerten aktuell 31 Analysten die Aktie mit „Buy“ und neun mit „Hold“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 115,22 Dollar.
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