Reed Hastings verlässt den Vorstand. Der Ausblick enttäuscht. Und trotzdem kauft ARK Invest den Dip. Das erste Quartal 2026 liefert Netflix-Anlegern gleich mehrere Signale auf einmal — nicht alle zeigen in dieselbe Richtung.
Starke Zahlen, schwacher Ausblick
Netflix erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 12,25 Milliarden Dollar — ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die operative Marge liegt bei über 32 Prozent. Solide Zahlen, die den Erwartungen entsprachen oder sie übertrafen.
Beim Nettogewinn sticht ein Einmaleffekt heraus. Warner Bros. Discovery zahlte Netflix eine Abfindung von 2,8 Milliarden Dollar nach einem gescheiterten Übernahmeversuch. Das verzerrt das Bild. Der Markt blendete diesen Posten weitgehend aus und schaute auf das operative Ergebnis.
Für das zweite Quartal prognostiziert das Management einen Umsatz von 12,57 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 0,78 Dollar. Analysten hatten 12,64 Milliarden Dollar und 0,84 Dollar erwartet. Die Lücke ist klein — aber sie reichte, um die Aktie am 20. April um 2,55 Prozent auf 94,83 Dollar zu drücken.
Das Werbegeschäft als Wachstumsmotor
Hier liegt die eigentliche Geschichte. In Märkten mit werbefinanziertem Abonnement wählen inzwischen mehr als 60 Prozent der Neukunden diesen günstigeren Tarif. Das Management erwartet, den Werbeumsatz im Gesamtjahr 2026 auf rund 3 Milliarden Dollar zu verdoppeln.
325 Millionen zahlende Abonnenten stehen hinter diesem Modell. Das schafft eine Reichweite, die für Werbekunden zunehmend attraktiv ist. CEO Greg Peters und Co-CEO Ted Sarandos setzen klar auf diesen Kanal als nächste Gewinnquelle.
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Hastings geht, ARK kauft
Reed Hastings, Mitgründer des Unternehmens, kandidiert im Juni 2026 nicht mehr für den Vorstand. Er war bereits 2023 vom Co-CEO-Posten in die Rolle des Executive Chairman gewechselt. Künftig will er sich auf Philanthropie konzentrieren.
Der Abgang markiert das Ende einer Ära. Allerdings übernimmt ein eingespieltes Führungsduo, das den Konzern bereits seit Jahren operativ leitet. Ein Machtvakuum entsteht nicht.
Interessant: ARK Invest nutzte den Kursrückgang am 20. April, um 26.161 Aktien zu kaufen. Die Aktie hatte dabei ein technisches Unterstützungsniveau nahe 91 Dollar erreicht. Institutionelle Investoren halten derzeit rund 80,9 Prozent der Anteile.
Analysten bleiben gespalten
Phillip Securities hob das Kursziel auf 110 Dollar an und behält die Einstufung „Accumulate“. Barclays senkte sein Ziel dagegen von 115 auf 110 Dollar und bleibt bei „Equal Weight“. Der durchschnittliche Analystenkonsens liegt bei etwa 114,82 Dollar — rund 21 Prozent über dem aktuellen Kurs.
Die nächste Bewährungsprobe kommt mit den Q2-Zahlen. Dann zeigt sich, ob das Werbegeschäft tatsächlich das Tempo hält, das das Management verspricht.
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