Der Streaming-Marktführer gerät zunehmend unter Zugzwang. Um die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) gegen starke Konkurrenz abzusichern, plant Netflix Berichten zufolge eine radikale Anpassung seiner Strategie. Anleger reagieren nervös auf die Nachricht, da das finanzielle Risiko für den Konzern durch diesen Schritt deutlich steigen könnte.
Alles auf eine Karte
Auslöser für die Unruhe sind Meldungen von Bloomberg und CNBC, wonach Netflix sein bisheriges Angebot für Warner Bros. Discovery in eine reine Barzahlung umwandeln will. Die ursprüngliche Offerte vom Dezember sah noch eine Mischung aus Aktien und Bargeld im Wert von rund 27,75 US-Dollar je WBD-Aktie vor. Da die Netflix-Aktie seit der Ankündigung jedoch über 12 Prozent an Wert verloren hat, schmolz auch das Volumen des Angebots dahin.
Mit der Umstellung auf eine reine Cash-Komponente würde Netflix den Deal von den eigenen Kursschwankungen abkoppeln und den WBD-Aktionären mehr Planungssicherheit bieten. Berichten zufolge hat sich das Management bereits Finanzierungen in Höhe von 59 Milliarden US-Dollar gesichert, um diesen Schritt zu stemmen.
Die taktische Neuausrichtung verfolgt zwei wesentliche Ziele:
* Zeitplan straffen: Ein reines Barangebot könnte die Abstimmung der Aktionäre auf Ende Februar oder März vorziehen.
* Konkurrenz ausstechen: Der Schritt ist eine direkte Antwort auf das feindliche Angebot von Paramount Skydance, das bei rund 30 US-Dollar pro Aktie liegt, jedoch stark schuldenfinanziert ist und juristischen Risiken unterliegt.
Analysten sehen Kaufchance
Trotz der Volatilität – die Aktie notierte am Mittwoch im Bereich von 88 US-Dollar – bleiben viele Marktbeobachter optimistisch für das Kerngeschäft. BMO Capital bestätigte das Rating „Outperform“, und HSBC stufte den Titel gestern sogar auf „Strong Buy“ hoch.
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Die Experten argumentieren, dass der deutliche Rücksetzer vom 52-Wochen-Hoch bei 134,12 US-Dollar eine attraktive Einstiegsgelegenheit bietet. Rund zwei Drittel der Analysten empfehlen das Papier derzeit zum Kauf, ungeachtet der kurzfristigen M&A-Unsicherheiten.
Hürden und Ausblick
Der Zusammenschluss gilt als entscheidend im Konsolidierungswettlauf der Medienbranche, insbesondere da Konkurrenten wie Disney ihre Streaming-Sparten mittlerweile profitabel betreiben. Die Übernahme würde wertvolle Assets wie HBO und die Warner Bros. Studios unter das Dach von Netflix bringen.
Für Anleger richtet sich der Fokus nun auf die offizielle Bestätigung der Angebotsänderung sowie die kommenden Quartalszahlen. Diese müssen beweisen, dass die operative Entwicklung trotz der aggressiven Expansionspläne intakt bleibt. Sollte der Deal an den Kartellbehörden scheitern, droht eine Strafzahlung von 5,8 Milliarden US-Dollar. Charttechnisch gilt es, das 52-Wochen-Tief bei 82,11 US-Dollar als kritische Unterstützung zu verteidigen.
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