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Netflix Aktie: Vielfältige Hürden!

Netflix-Chef kritisiert das Paramount-Angebot für WBD als riskant und preist die eigene Bar-Offerte. Die Aktie des Streaming-Riesen leidet unter den Übernahmekosten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Netflix bietet 82,7 Milliarden Dollar bar für WBD
  • Paramount hält mit 108-Milliarden-Dollar-Gebot dagegen
  • Nur wenige WBD-Aktionäre nehmen Paramount-Angebot an
  • Netflix-Aktie verliert seit Angebotsankündigung deutlich

Netflix verschärft den Ton im Ringen um die Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD). Co-CEO Greg Peters hat heute in einem Interview das konkurrierende Angebot von Paramount Skydance scharf kritisiert und die eigene Bar-Offerte als deutlich verlässlicher dargestellt. Der Machtkampf um die WBD-Assets gewinnt damit weiter an Brisanz – auch vor dem Hintergrund eines zuletzt unter Druck geratenen Netflix-Kurses.

  • Netflix bietet 82,7 Mrd. US-Dollar in bar für die Film- und TV-Studios von WBD
  • Paramount Skydance hält mit einem feindlichen 108-Mrd.-US-Dollar-Gesamtangebot für WBD dagegen
  • Erst rund 7 % der WBD-Aktien wurden in das Paramount-Angebot angedient
  • Netflix-Aktie seit ursprünglicher Offerten-Ankündigung deutlich schwächer

Netflix attackiert Paramount-Angebot

Im Gespräch mit der Financial Times bezeichnete Peters das Gebot von Paramount Skydance als strukturell problematisch. Die Offerte über 108 Mrd. US-Dollar für den gesamten WBD-Konzern stütze sich stark auf Fremdkapital und die Finanzierung durch Oracle-Gründer Larry Ellison. Peters stellte dem das überarbeitete, vollständig aus Barmitteln bestehende Netflix-Angebot gegenüber, das nach seiner Darstellung eine höhere „Deal-Sicherheit“ biete. Die für das Paramount-Gebot nötige zusätzliche Verschuldung sei „ziemlich verrückt“, wurde er zitiert.

Netflix hatte sein Angebot zuletzt auf eine reine Bartransaktion umgestellt. Der Preis von 27,75 US-Dollar je WBD-Aktie soll Bedenken über mögliche Verwässerung durch Aktienkomponenten ausräumen und den Genehmigungsprozess vereinfachen.

Paramount Skydance zeigt sich davon unbeeindruckt. Das Unternehmen verlängerte heute die Frist für sein Übernahmeangebot an die WBD-Aktionäre bis zum 20. Februar. Erste Meldungen deuten allerdings auf verhaltenes Interesse hin: Bislang sollen nur etwa 7 % der WBD-Papiere in das Paramount-Angebot eingeliefert worden sein – weit entfernt von einer beherrschenden Mehrheit. Das stützt Peters’ Aussage, wonach die Unterstützung der Anteilseigner eher in Richtung Netflix tendiert. Der WBD-Verwaltungsrat hat das Paramount-Angebot wiederholt abgelehnt und sich klar hinter das Fusionsabkommen mit Netflix gestellt.

Kursreaktion und strategischer Kontext

Die öffentliche Auseinandersetzung folgt nur wenige Tage auf die Quartalszahlen zum vierten Quartal 2025. Netflix hatte die Erwartungen übertroffen, dennoch reagierten Anleger zurückhaltend. Im nachbörslichen Handel verlor die Aktie rund 5 %. Auslöser waren vor allem Sorgen über die geplanten Ausgaben für 2026 und die hohen Kosten der geplanten WBD-Transaktion. Zwischen der ursprünglichen Angebotsankündigung vom 5. Dezember 2025 und dem 20. Januar 2026 war der Netflix-Kurs bereits um 12,9 % gefallen.

Die angestrebte Übernahme wäre ein tiefgreifender Schritt für das Geschäftsmodell von Netflix. Mit Marken wie „Game of Thrones“ und „Harry Potter“ würde der Konzern sein Portfolio an bekannten Franchises deutlich erweitern und mit Eigenproduktionen wie „Stranger Things“ und „Squid Game“ bündeln. Diese Bündelung wirft jedoch Fragen nach dem künftigen Kräfteverhältnis in der Branche auf. Filmemacher und Gewerkschaften sorgen sich um den wachsenden Einfluss von Netflix.

Peters versuchte, diese Bedenken zu adressieren. Er kündigte an, das traditionelle 45-tägige exklusive Kinofenster von Warner Bros. für neue Filme beizubehalten. Unabhängig davon dürfte die geplante Fusion in den USA und Europa eine intensive kartellrechtliche Prüfung auslösen.

Nächste Termine und operativer Ausblick

Für den weiteren Verlauf des Übernahmestreits sind mehrere Zeitpunkte entscheidend. Zunächst richtet sich der Blick auf den 20. Februar, bis zu dem Paramount Skydance seine Angebotsfrist verlängert hat. Anschließend soll vor April eine außerordentliche Hauptversammlung von WBD stattfinden, auf der die Anteilseigner über das Netflix-Abkommen abstimmen sollen.

Parallel zur M&A-Story arbeitet Netflix an organischem Wachstum. Auf der jüngsten Telefonkonferenz kündigte das Management eine Neugestaltung der mobilen App an, die später im Jahr 2026 ausgerollt werden soll. Geplant ist unter anderem ein vertikaler Video-Feed nach dem Vorbild von TikTok. Zudem baut das Unternehmen sein internationales Angebot weiter aus und stellte heute ein neues Paket türkischer Eigenproduktionen für 2026 vor.

Für das laufende Jahr 2026 peilt Netflix ein Umsatzwachstum von 12 bis 14 % im Vergleich zum Vorjahr an, nach 17 % Plus im Jahr 2025. Damit ist klar umrissen, in welchem Spannungsfeld sich der Konzern bewegt: hohe Investitionen in Inhalte und Übernahmen auf der einen Seite, ein spürbar moderateres Wachstumstempo auf der anderen – und mittendrin der harte Wettbewerb um die Kontrolle über Warner Bros. Discovery.

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