Netflix gerät an der Börse spürbar unter Druck. Die geplante Mega-Übernahme von Warner-Bros.-Discovery-Vermögenswerten überlagert derzeit die operativ soliden Zahlen. Der Kurs hat sich in den vergangenen Wochen deutlich nach unten bewegt – ist die Skepsis des Marktes damit gerechtfertigt?
- Schlusskurs zuletzt: 90,99 US-Dollar
- Tagesminus: 2,95 %
- Kursverlust in vier Wochen: rund 17 %
- Geplantes Transaktionsvolumen: ca. 72 Mrd. US-Dollar (Equity), 82,7 Mrd. US-Dollar (Enterprise Value)
Übernahmepläne verunsichern Markt
Kern der aktuellen Unsicherheit ist der geplante Erwerb von Warner-Bros.-Discovery-Assets. Bewertet wird der Deal mit rund 72 Milliarden US-Dollar auf Eigenkapitalbasis und 82,7 Milliarden US-Dollar Unternehmenswert.
Der Integrationszeitraum wird auf 12 bis 18 Monate geschätzt. Das Closing hängt unter anderem an einer regulatorischen Abspaltung, die für das dritte Quartal 2026 erwartet wird. Diese lange Übergangsphase erhöht aus Marktsicht das Umsetzungsrisiko und schreckt vor allem institutionelle Investoren ab.
Auch politischer Gegenwind zeichnet sich ab. Die US-Senatorin Elizabeth Warren fordert eine Prüfung durch das Justizministerium (Department of Justice, DOJ). Das verstärkt die Sorge vor wettbewerbsrechtlichen Auflagen oder Verzögerungen.
Kommunikation an Abonnenten
Parallel zur Kurskorrektur reagiert Netflix mit aktiver Kundenkommunikation. Aktuell informiert das Unternehmen seine Abonnenten per E-Mail mit der Kernaussage: „Heute ändert sich nichts.“
Klar gestellt wird, dass HBO Max und Netflix bis zum regulatorischen Abschluss der Transaktion getrennte Plattformen bleiben. Ziel ist es, Verunsicherung auf Kundenseite zu begrenzen und mögliche Kündigungen in der Übergangsphase zu vermeiden.
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Operative Entwicklung bleibt robust
Auf der operativen Seite zeigt sich ein anderes Bild als im Kursverlauf. Im dritten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 17 %. Besonders das Werbegeschäft entwickelt sich dynamisch: Die entsprechenden Erlöse liegen auf Kurs, sich 2025 zu verdoppeln.
Auch die Inhalte liefern messbare Erfolge:
- Stranger Things: Staffel 5, Volume 1 erzielte innerhalb von vier Wochen rund 103 Millionen Views.
- Kinoauswertung: Das Serienfinale spielte an den Kinokassen 25 bis 30 Millionen US-Dollar ein.
- Live-Events: Das NFL-Weihnachtsspiel zwischen den Detroit Lions und den Minnesota Vikings verfolgten in den USA im Schnitt 27,5 Millionen Zuschauer.
Diese Kennzahlen untermauern, dass die Content-Strategie weiterhin Reichweite und zusätzliche Erlösquellen generiert.
Bewertung und Chartbild
Nach dem 10-zu-1-Aktiensplit im November 2025 pendelt die Aktie aktuell in einer Spanne zwischen 90,81 und 94,50 US-Dollar. Aus technischer Sicht ist das Bild schwach, da der Kurs unter wichtigen gleitenden Durchschnitten notiert.
Die Bewertung hat sich mit dem Rückgang allerdings etwas entspannt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt derzeit bei etwa 38, das erwartete KGV bei 29. Einige Analysten sehen darin eine Einstiegsgelegenheit – allerdings unter der Voraussetzung, dass die Integration der Warner-Assets ohne gravierende regulatorische Einschnitte gelingt.
Der Markt gewichtet momentan das Ausführungs- und Regulierungsrisiko des 82-Milliarden-Dollar-Deals höher als das laufende operative Wachstum. Diese Risikoabwägung spiegelt sich in der anhaltenden Schwäche des Aktienkurses wider und dürfte den Titel zunächst weiter bremsen, bis es klarere Signale zum Fortgang des Übernahmeprozesses gibt.
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