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Netflix Aktie: DOJ ermittelt

Das US-Justizministerium untersucht die geplante Netflix-Fusion mit Warner Bros. Discovery auf wettbewerbsrechtliche Bedenken, während Paramount ein höheres Gegenangebot vorlegt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • DOJ ermittelt zu wettbewerbswidrigen Praktiken
  • Paramount bietet 25 Milliarden Dollar mehr
  • Netflix-Chef verteidigt Deal vor Senatsausschuss
  • Aktienkurs trotz Unsicherheit stabil

Der US-Justizministerium hat eine Untersuchung gegen Netflix eingeleitet. Im Fokus: die geplante Mega-Übernahme von Warner Bros. Discovery. Während die Regulierer wettbewerbsrechtliche Bedenken prüfen, steigt der Druck auf den Streaming-Riesen. Denn parallel bietet Konkurrent Paramount deutlich mehr Geld für Warner.

Vorwurf: Wettbewerbswidriges Verhalten

Das DOJ untersucht laut Wall Street Journal mögliche wettbewerbswidrige Praktiken von Netflix im Zusammenhang mit der geplanten Fusion. Bereits am Freitag, dem 6. Februar, wurden zivilrechtliche Vorladungen an andere Unterhaltungsunternehmen verschickt. Die Behörde will klären, ob Netflix gezielt Konkurrenten benachteiligt hat, um die Übernahme durchzusetzen.

Kern der Ermittlungen ist die Frage nach Marktmacht. Die Transaktion hat ein Volumen von 82,7 Milliarden Dollar (27,75 Dollar je Aktie). Netflix selbst schätzt, dass rund 80% der HBO-Max-Nutzer bereits Netflix-Abonnenten sind – eine Überschneidung, die Regulierern Sorgen bereitet.

Paramount bietet 25 Milliarden mehr

Die Situation wird durch ein Konkurrenzangebot verschärft. Paramount (Skydance) hat ein reines Bargeldangebot von 108 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt – 30 Dollar je Aktie. Das sind 25 Milliarden Dollar mehr als Netflixs Offerte.

Paramount drängt auf eine beschleunigte Prüfung durch das DOJ und hofft auf eine Entscheidung binnen weniger Wochen. Der Warner-Bros.-Vorstand hatte das Paramount-Angebot zunächst abgelehnt und sich für Netflix entschieden. Die laufende Untersuchung könnte diese Entscheidung nun ins Wanken bringen.

Netflix verteidigt den Deal

Co-CEO Ted Sarandos trat am 3. Februar vor einem Senatsausschuss auf, um die Fusion zu rechtfertigen. Sein Argument: Die kombinierte Entität würde nur etwa 10% der gesamten TV-Sehzeit auf sich vereinen – deutlich weniger als Wettbewerber wie YouTube.

Die Senatoren zeigten sich skeptisch. Ein Streitpunkt: Netflix plant für Warner-Filme nur ein 45-tägiges Kinofenster, während der Branchenstandard bei über 100 Tagen liegt. Kritiker befürchten eine Schwächung des Kinovertriebs.

Aktie zeigt sich widerstandsfähig

Trotz der regulatorischen Unsicherheit legte die Netflix-Aktie am Freitag zu. Der Schlusskurs lag bei rund 81,43 bis 82,20 Dollar. Am Vortag hatte das Papier mit etwa 79,23 Dollar ein 52-Wochen-Tief markiert.

Die jüngsten Geschäftszahlen stützen die Aktie: Im vierten Quartal 2025 steigerte Netflix den Umsatz um 19,1% auf 12,14 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie betrug 0,56 Dollar.

Am 21. April 2026 legt Netflix die Zahlen für das erste Quartal vor. Bis dahin dürfte die Entwicklung der DOJ-Untersuchung den Kurs maßgeblich beeinflussen. Sollte die Behörde grünes Licht geben, könnte Netflix den Deal noch durchziehen. Ein Veto würde Paramount die Tür öffnen – und Warner Bros. Discovery deutlich mehr Geld bescheren.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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