Auf dem Papier glänzt Netflix mit Rekordgewinnen. An der Börse erlebte der Streaming-Gigant am Freitag den schwersten Absturz seit Monaten. Ein schwacher Ausblick und der endgültige Rückzug von Gründer Reed Hastings schickten die Papiere massiv in die Tiefe.
Der Milliarden-Sondereffekt
Der erste Blick auf die Quartalsbilanz täuscht. Netflix meldete für den Jahresauftakt einen Umsatz von gut 12 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie schoss auf 1,23 Dollar nach oben. Analysten hatten deutlich weniger erwartet.
Dieser Gewinnsprung hat einen konkreten Grund. Das Unternehmen kassierte eine Ausfallgebühr von 2,8 Milliarden Dollar. Zuvor war eine geplante Fusion mit Warner Bros. Discovery geplatzt. Ohne diesen Geldregen lief das operative Geschäft dennoch solide. Weltweit zählt der Dienst nun über 325 Millionen zahlende Mitglieder.
Wachstumssorgen und ein historischer Abgang
Für Nervosität sorgte die Prognose für das laufende Quartal. Das Management rechnet mit Erlösen von 12,57 Milliarden Dollar. Das liegt unter den Erwartungen der Wall Street. Auch beim Gewinn je Aktie bleibt Netflix mit angepeilten 0,78 Dollar hinter dem Konsens zurück. Hohe Kosten für neue Inhalte belasten die Marge.
Parallel dazu verliert das Unternehmen seinen wichtigsten Architekten. Co-Gründer Reed Hastings tritt im Juni endgültig aus dem Verwaltungsrat zurück. Er will sich künftig auf wohltätige Projekte konzentrieren. Dieser Schritt verunsichert Teile der Anlegerschaft spürbar.
Werbung als neuer Hebel
Um das Wachstum anzukurbeln, rückt das werbefinanzierte Abo-Modell in den Fokus. Im Auftaktquartal stammten mehr als 60 Prozent aller Neuanmeldungen aus diesem Segment. Die Zahl der Werbekunden kletterte im Jahresvergleich um 70 Prozent.
Bis Ende des Jahres will Netflix die Werbeeinnahmen verdoppeln. Das Ziel: rund drei Milliarden Dollar. Hinzu kommen Vorstöße in neue Formate. Live-Events wie das World Baseball Classic brachten zuletzt hohe Einschaltquoten. Auch Podcasts sollen künftig neue Zielgruppen erschließen.
An der Börse endete der Freitag mit einem Minus von fast zehn Prozent. Die Aktie schloss bei 97,31 Dollar. Das war der schärfste Tagesverlust seit Oktober 2025.
Marktbeobachter richten den Blick nun auf die charttechnische Unterstützung bei 95 Dollar. Hält diese Marke, könnte die starke operative Marge von über 32 Prozent schnell wieder Käufer anlocken. Bricht das Level, droht ein tieferer Fall.
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