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Netflix Aktie: Basis-Abo fällt weg, Preise steigen deutlich

Netflix verteuert alle Tarife und streicht das werbefreie Basis-Modell. Citi sieht dadurch höhere Nutzerumsätze und bestätigt das Kursziel.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Premium-Tarif steigt auf 21,99 Euro
  • Werbeabo wird um 40 Prozent teurer
  • Basis-Modell endet für Bestandskunden
  • Citi erwartet höhere Nutzerumsätze

Der Streaming-Riese Netflix setzt in Deutschland und Österreich auf eine massive Preisanpassung, um das Umsatzwachstum weiter voranzutreiben. Seit gestern wurden die monatlichen Gebühren für sämtliche Abonnement-Stufen angehoben, wobei insbesondere der Einstieg in die werbefreie Nutzung für viele Kunden deutlich teurer wird.

Preissteigerungen und Wegfall des Basis-Abos

Die neuen Konditionen betreffen das gesamte Tarifmodell. Das Premium-Paket kostet nun 21,99 Euro statt bisher 19,99 Euro, während der Standard-Tarif von 13,99 Euro auf 15,99 Euro steigt. Besonders deutlich fällt die prozentuale Erhöhung beim werbefinanzierten Modell aus, das sich um 40 Prozent auf monatlich 6,99 Euro verteuert. Auch die Zusatzgebühren für das Teilen von Konten mit Personen außerhalb des eigenen Haushalts wurden angepasst und liegen nun je nach gewähltem Tarif zwischen 4,99 Euro und 5,99 Euro.

Eine wesentliche Änderung betrifft das bisherige Basis-Abo ohne Werbung für 9,99 Euro. Dieses Modell wird für Bestandskunden ab dem 14. September eingestellt. Betroffene Nutzer müssen innerhalb einer Übergangsfrist von etwa drei Monaten entweder in das günstigere Werbe-Abo wechseln oder den Aufpreis für den Standard-Tarif akzeptieren.

Letzteres entspricht einer Preissteigerung von 60 Prozent für ein werbefreies Erlebnis. Netflix begründet diese Schritte mit dem Ziel, den Mehrwert für die Kunden stetig zu erhöhen. Die Aktie notiert heute bei 70,89 Euro mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent, blickt jedoch auf eine positive Entwicklung von 11 Prozent innerhalb der letzten 30 Tage zurück.

Analysten sehen positives Signal für den Umsatz

Die Experten der US-Bank Citi bewerten die Preiserhöhungen in den deutschsprachigen Märkten als einen wichtigen Katalysator für die Geschäftsentwicklung. Laut einer aktuellen Einschätzung der Analysten betreffen diese Maßnahmen etwa 18 Prozent der Mitglieder in der EMEA-Region (Europa, Naher Osten und Afrika) und rund 6 Prozent der weltweiten Nutzerbasis. Citi erwartet dadurch eine Steigerung des durchschnittlichen Umsatzes pro Nutzer (ARPU) um 24 Prozent in Deutschland und 15 Prozent in Österreich. Die Bank bestätigt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 100 US-Dollar.

Diese Einschätzung deckt sich mit dem breiteren Marktkonsens. Medienberichten zufolge liegt das durchschnittliche Kursziel von 55 beobachteten Analysehäusern bei rund 96,65 US-Dollar, was die Einstufung auf ein moderates Kaufvotum hebt. Für das Ende des Geschäftsjahres 2025 wird ein Anstieg der Mitgliederzahl auf 325 Millionen weltweit prognostiziert, bei einem erwarteten Umsatzplus von 16 Prozent auf insgesamt 45 Milliarden US-Dollar.

Expansion in den Live-Sport und neue Inhaltsstrategie

Parallel zur Preisgestaltung treibt Netflix seine Expansion in den Live-Sport voran. Das Unternehmen hat einen mehrjährigen Vertrag mit EverPass Media geschlossen, wie gestern bekannt wurde. Diese Kooperation ermöglicht es, NFL-Spiele landesweit in den USA in kommerziellen Einrichtungen wie Bars und Restaurants zu zeigen. Damit weitet der Streaming-Dienst sein Angebot an Live-Inhalten über den privaten Bereich hinaus auf die Gastronomie aus.

In der Filmproduktion zeichnet sich zudem ein Strategiewechsel ab. Statt sich ausschließlich auf extrem teure Blockbuster zu konzentrieren, setzt Netflix verstärkt auf Produktionen im mittleren Budget-Segment. Titel wie „The Rip“ mit Ben Affleck und Matt Damon oder der Psychothriller „The Last House“ erzielen laut Branchendaten hohe Abrufzahlen.

Diese Neuausrichtung scheint aufzugehen: Jüngste Veröffentlichungen konnten sich trotz gemischter Kritiken direkt an die Spitze der wöchentlichen Charts setzen. Flankiert wird dies durch neue Projektankündigungen wie eine heute bestellte Supernatural-Horror-Serie sowie die Dokumentation „The Decoy Plane“, die sich mit politischen Ereignissen des laufenden Jahres befasst.

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Diskussion zu Netflix

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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