Zum ersten Mal in der Geschichte der Major League Baseball lief ein Eröffnungsspiel ausschließlich auf Netflix. Am 25. März 2026 übertrug der Streaming-Dienst das Duell New York Yankees gegen San Francisco Giants — und wer kein Netflix-Abo hatte, schaute buchstäblich in die Röhre. Selbst MLB.TV-Abonnenten, die bis zu 150 Dollar pro Saison zahlen, konnten das Spiel nicht sehen.
Ein Drei-Jahres-Deal mit Kalkül
Die Vereinbarung zwischen Netflix und der MLB läuft von 2026 bis 2028 und umfasst jeweils drei Highlight-Events pro Saison: den T-Mobile Home Run Derby, ein exklusives Opening-Night-Spiel sowie besondere Partien wie das Field of Dreams Game 2026. Netflix zahlt der Liga dafür jährlich 50 Millionen Dollar.
Das Modell erinnert an den Einstieg in die NFL: Zunächst weckten erfolgreiche Dokumentationen das Zuschauerinteresse, dann folgten die Live-Rechte. Drei Spiele pro Jahr erlauben es Netflix, Sport als Ereignis zu inszenieren, ohne den Aufwand eines wöchentlichen Sendebetriebs stemmen zu müssen.
Die Übertragung war global ausgelegt — verfügbar auf Englisch, Japanisch, Koreanisch, Spanisch und Portugiesisch. Vor und nach dem Spiel saßen Barry Bonds, Albert Pujols und Anthony Rizzo als Analysten vor der Kamera.
Wachsende Rechtesammlung
Der MLB-Deal reiht sich in eine breitere Strategie ein. Netflix hält die japanischen Exklusivrechte an allen 47 Spielen des World Baseball Classic — ein Deal im Wert von rund 100 Millionen Dollar — sowie die US-Rechte an der FIFA Frauen-WM 2027 und 2031.
Finanziell relevant wird das alles spätestens am 16. April 2026, wenn Netflix die Q1-Zahlen vorlegt. Das Werbegeschäft steht dabei im Mittelpunkt: Die Einnahmen aus dem werbefinanzierten Abo-Modell sollen sich 2026 auf 3 Milliarden Dollar verdoppeln, nach 1,5 Milliarden im Vorjahr. Das MLB-Debüt liefert Analysten einen weiteren Datenpunkt, um den Wert der Live-Sport-Strategie zu bewerten.
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