Reed Hastings verlässt den Verwaltungsrat von Netflix. Nach 29 Jahren beim Unternehmen, das er mitgegründet hat, zieht sich der 65-Jährige im Juni endgültig zurück. Die Aktie reagierte mit einem Kursrückgang von knapp zehn Prozent — obwohl die Quartalszahlen eigentlich gut waren.
Solide Zahlen, schwacher Ausblick
Netflix erzielte im ersten Quartal 12,25 Milliarden Dollar Umsatz. Das übertraf die Analystenerwartungen von 12,18 Milliarden Dollar und lag 16 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Nettogewinn kletterte auf 5,28 Milliarden Dollar — allerdings mit einem Sondereffekt. Paramount zahlte Netflix eine Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar, nachdem der Warner-Bros.-Deal geplatzt war. Ohne diesen Einmaleffekt wäre das Bild deutlich nüchterner.
Der Ausblick enttäuschte. Für das zweite Quartal erwartet Netflix ein Umsatzwachstum von 13 Prozent. Die Jahresziele von 50,7 bis 51,7 Milliarden Dollar bestätigte das Unternehmen zwar, doch CFO Spencer Neumann räumte ein, dass Kosten aus dem Warner-Bros.-Prozess nun früher als geplant anfallen — 2026 statt 2027.
Hastings geht, Nachfolge offen
Co-CEO Ted Sarandos versuchte auf dem Earnings Call, die Stimmung zu beruhigen. „Reed ist kein gewöhnlicher Gründer“, sagte er. Hastings wolle sich künftig auf Philanthropie konzentrieren. Gerüchte, sein Abgang hänge mit dem Warner-Bros.-Bieterprozess zusammen, wies Sarandos zurück.
Die Suche nach einem neuen Verwaltungsratsvorsitzenden läuft. Konkrete Namen nannte das Unternehmen nicht. Das Nominierungskomitee soll in den kommenden Monaten Vorschläge machen.
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Werbung wächst, Preiserhöhung wirkt noch nicht
Abseits der Führungsdebatte zeigt das operative Geschäft Stärke. Netflix peilt für 2026 drei Milliarden Dollar Werbeeinnahmen an — doppelt so viel wie im Vorjahr. Die Werbepartner-Basis wuchs um 70 Prozent auf mehr als 4.000 Unternehmen. Programmatische Werbung macht bereits über die Hälfte des Nicht-Live-Geschäfts aus.
Die jüngste Preiserhöhung in den USA trat erst nach dem Quartalsende in Kraft. Ihre Wirkung wird sich erst in den April-Juni-Zahlen zeigen. Das ist einer der wenigen konkreten Kurstreiber, auf die Investoren in den nächsten Wochen warten können.
Comcast berichtet am 24. April, Disney und Paramount folgen Anfang Mai. Diese Ergebnisse werden zeigen, wie sich der Wettbewerb im Streaming entwickelt — und in welchem Umfeld Netflix die Post-Hastings-Ära startet.
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