Ein möglicher Strategiewechsel rückt Nestlé zum Wochenschluss in ein neues Licht. Im Zentrum steht ausgerechnet ein Milliardenpaket abseits des Kerngeschäfts: die gut 20%-Beteiligung an L’Oréal. Könnte der neue Chef hier tatsächlich den Rotstift ansetzen, um den Konzernumbau zu finanzieren?
UBS bleibt neutral – und denkt an L’Oréal
Die UBS hat ihre Einstufung am heutigen Freitag auf „Neutral“ belassen und das Kursziel bei 78 CHF bestätigt. Spannender als das Rating ist der Kommentar in der Studie: Analyst Guillaume Delmas sieht unter der neuen Führung eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass Nestlé Teile der L’Oréal-Beteiligung veräußern könnte.
Der Punkt ist heikel – und zugleich naheliegend. Denn laut Medienberichten (u.a. Financial Times) plant der neue CEO Philipp Navratil einen strategischen Konzernumbau, um das Wachstum wieder zu beschleunigen. Ein Teilverkauf könnte dabei finanziellen Spielraum schaffen oder den Fokus schärfen, ohne dass sofort am operativen Geschäft gedreht werden muss.
Operative Baustelle: Rückruf in Frankreich
Parallel zu den Strategie-Spekulationen steht Nestlé in Frankreich unter Beobachtung. Behörden untersuchen Fälle im Zusammenhang mit Säuglingsnahrung. In diesem Kontext kam es zu einem Rückruf von Produkten der Marke Guigoz wegen des Verdachts auf Verunreinigung. Ähnliche Maßnahmen trafen in diesem Segment zuletzt auch Wettbewerber wie Danone.
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Für Anleger ist das ein zweites Thema neben der Portfolio-Debatte: Während ein möglicher L’Oréal-Schritt eher strategisch wirkt, können Rückrufe und Untersuchungen kurzfristig auf die Wahrnehmung und das Vertrauen in einzelne Sparten drücken.
Die Fakten im Überblick
- Kurs (heute): 78,59 CHF (+0,09%)
- 7 Tage: +7,03% | 30 Tage: +5,45% | YTD: -20,21%
- 52-Wochen-Spanne: 71,85 CHF (Tief, 26.01.2026) bis 99,64 CHF (Hoch, 31.12.2025)
- Kursniveau: rund -21% unter dem 52-Wochen-Hoch
- Nächster Termin: 19. Februar 2026 (Q4- und Gesamtjahreszahlen 2025)
Unterm Strich: Die Aktie zeigt zuletzt zwar Erholung über die Woche, bleibt aber auf Jahressicht klar im Minus und notiert unter wichtigen Durchschnittswerten (u.a. 50-Tage-Linie bei 80,99 CHF).
Zum nächsten wichtigen Fixpunkt wird damit der 19. Februar: Dann liefern die Zahlen für Q4 und 2025 den ersten harten Ankerpunkt, ob die angekündigte Neuausrichtung nur eine Überschrift bleibt – oder sich bereits in Tempo und Perspektive des Konzerns widerspiegelt.
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