Starke Gewinne, wachsende KI-Ambitionen — und trotzdem notiert die Aktie auf einem 52-Wochen-Tief. Der nun vollständig veröffentlichte Geschäftsbericht 2025 liefert bemerkenswert gute Zahlen, doch der Kurs erzählt eine andere Geschichte.
Solides 2025: Gewinn und Marge klettern deutlich
Das abgelaufene Geschäftsjahr war für Nemetschek operativ ein Erfolg. Das Konzernergebnis stieg um 23,8 Prozent auf 217,2 Millionen Euro, das EBITDA legte um 23,3 Prozent auf 371,1 Millionen Euro zu. Besonders stark: Die Cash Conversion lag bei 108,6 Prozent — ein Indiz für die hohe Qualität der ausgewiesenen Gewinne.
Der stärkste Wachstumstreiber war das SaaS-Geschäft mit einem währungsbereinigten Plus von 55,6 Prozent. Die Umstellung auf Subskriptionsmodelle macht die Erlöse planbarer und erhöht die strukturelle Resilienz des Konzerns. Strategisch positioniert sich Nemetschek dabei als KI-Anbieter für die Bauindustrie — mit Marken wie Bluebeam, Graphisoft und Vectorworks als Träger dieser Transformation.
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Begleitet wird der Bericht vom neu vorgestellten Vergütungssystem „2026+“, das Vorstandsanreize stärker an KI-Integration, ESG-Kriterien und langfristigen Wachstumszielen ausrichtet.
Nächste Wegmarken: Q1-Zahlen und Hauptversammlung
Am 30. April folgt die Quartalsmitteilung für Q1 2026 — der erste Gradmesser dafür, ob das Wachstumstempo des Vorjahres hält. Analysten erwarten für das Gesamtjahr 2026 einen Gewinn je Aktie von 2,34 Euro, was gegenüber den 1,88 Euro aus 2025 einem weiteren deutlichen Anstieg entspräche.
Auf der Hauptversammlung am 21. Mai soll zudem eine Dividende von geschätzten 0,77 Euro je Aktie vorgeschlagen werden — nach 0,68 Euro im Vorjahr. Ob das ausreicht, um den Abwärtstrend zu stoppen, wird der Markt nach den Q1-Zahlen neu bewerten. Die Aktie notiert aktuell rund 35 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts — das fundamentale Bild und die Kursentwicklung könnten kaum weiter auseinanderklaffen.
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