Eine deutliche Herabstufung von SAP durch JPMorgan zieht aktuell den gesamten europäischen Tech-Sektor in Mitleidenschaft. Davon bleibt auch der Bausoftware-Spezialist Nemetschek nicht verschont. Obwohl die Münchener gerade erst ein Rekordjahr vermeldet haben und die Dividende kräftig anheben wollen, zwingt die branchenspezifische Schwäche den Kurs in die Knie.
Auslöser der aktuellen Nervosität ist die Skepsis der US-Bank gegenüber dem Branchenprimus SAP. Die Analysten senkten ihr Kursziel deutlich und verwiesen auf mögliche Verlangsamungen bei den vertraglich zugesicherten Cloud-Erlösen. Diese Zurückhaltung der Investoren strahlte am Dienstag direkt auf Nemetschek ab, wo das Papier mit einem Abschlag bei 66,50 Euro aus dem Handel ging. Heute Vormittag zeigt sich bei 67,15 Euro lediglich eine leichte Stabilisierung. Das technische Bild bleibt mit einem RSI von 28,9 im stark überverkauften Bereich angespannt.
Fundamentaldaten sprechen eine andere Sprache
Dabei liefert das operative Geschäft eigentlich handfeste Argumente für Optimismus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 durchbrach der Konzern mit einem Umsatzplus von knapp 20 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro erstmals die Milliardenmarke. Gleichzeitig verbesserte sich die operative Marge auf 31,2 Prozent.
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Als Zeichen der Stärke plant das Management nun die dreizehnte Dividendenerhöhung in Folge. Die Ausschüttung soll um 24 Prozent auf 0,68 Euro je Anteilsschein steigen, was das wachsende Vertrauen in die eigene Profitabilität unterstreicht. Auch für 2026 zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich und peilt ein Umsatzwachstum von 14 bis 15 Prozent an.
Analysten halten an Zielen fest
Führende Investmentbanken lassen sich von dem aktuellen Sektor-Rücksetzer daher nicht beirren und bestätigen ihre positiven Einschätzungen für den Bausoftware-Spezialisten:
- JPMorgan: Belässt die Einstufung auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 110 Euro und führt die Aktie auf der „Analyst Focus List“.
- Barclays: Bestätigt ebenfalls „Overweight“ und sieht das Ziel bei 95 Euro, gestützt durch klare KI-Ambitionen des Unternehmens.
Kurzfristig müssen Anleger neben dem makroökonomischen Umfeld einen weiteren internen Faktor einkalkulieren. Die laufende Umstellung des Design-Segments auf ein SaaS-Abonnementmodell wird das Umsatzwachstum aufgrund von rechnungslegungsbedingten Effekten vorübergehend dämpfen. Mit einem Minus von über 25 Prozent seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits eine erhebliche Risikoprämie aufgebaut. Solange die allgemeine Unsicherheit rund um die großen Tech-Werte anhält, dürfte das Papier trotz der starken operativen Zahlen weiterhin von der allgemeinen Branchenstimmung abhängig bleiben.
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