Nemetschek sucht nach dem Kurssturz den Boden. Hinter dem MDax-Konzern liegen Monate mit zweistelligen Verlusten. Jetzt setzt das Management auf eine Milliardenwette in den USA.
Die Übernahme des Anbieters HCSS ist seit Anfang Juli offiziell abgeschlossen. Der Zukauf stärkt das Geschäft mit öffentlicher Infrastruktur massiv. HCSS glänzte im vergangenen Geschäftsjahr mit einer operativen Marge von rund 40 Prozent.
Parallel dazu treibt Nemetschek den Umstieg auf Mietmodelle voran. Die Software-as-a-Service-Erlöse wuchsen zuletzt währungsbereinigt um über 35 Prozent. Das macht die Einnahmen planbarer. Die Folge: Der Konzern wird unabhängiger von zyklischen Schwankungen am Bau.
Analysten reagieren positiv auf die strategischen Schritte. JPMorgan bestätigt die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 110 Euro. Analyst Joseph George zeigt sich nach Gesprächen mit dem Management optimistisch für die kommenden Monate.
Dazu hat die Deutsche Bank die Beobachtung mit einer Kaufempfehlung wieder aufgenommen. Die Experten setzen das Kursziel auf 75 Euro. Sie heben vor allem das erweiterte Marktpotenzial in Nordamerika hervor.
An der Börse stabilisierte sich der Wert zuletzt leicht. Die Aktie ging am Freitag bei 56,70 Euro aus dem Handel. Das entspricht einem Wochenplus von 2,25 Prozent. Seit Jahresanfang verliert der Titel allerdings über 37 Prozent.
Technisch kämpft das Papier um eine Bodenbildung. Der Kurs notiert aktuell fünf Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Erst ein Sprung über 59,72 Euro würde das Bild kurzfristig aufhellen. BlackRock hat seine Position zuletzt auf über 5,6 Prozent aufgestockt.
Anleger richten ihren Blick nun auf Ende Juli. Dann veröffentlicht Nemetschek den Halbjahresbericht. Diese Zahlen müssen belegen, wie reibungslos die HCSS-Integration im Segment „Build & Construct“ anläuft.
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