Umsatz erstmals über einer Milliarde Euro, stabiles Subskriptionsgeschäft — und trotzdem liegt die Aktie seit ihrem Hoch im August 2025 mehr als 51 Prozent im Minus. Bei Nemetschek klaffen operative Stärke und Kursentwicklung so weit auseinander, dass selbst erfahrene Marktbeobachter zweimal hinschauen.
Zwei Lager, ein Unternehmen
JPMorgan und UBS liegen selten so weit auseinander. JPMorgan hält Nemetschek auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 110 Euro und erwartet für die am 30. April anstehenden Quartalszahlen einen organischen Umsatzanstieg von 16 Prozent. Das Papier steht auf der „Analyst Focus List“ der US-Bank.
Die UBS sieht das grundlegend anders. Analyst Michael Briest stufte die Aktie auf „Sell“ ab und senkte das Kursziel auf 56 Euro. Sein Kernargument: Langjährige Verträge, die im ersten Jahr Wachstum fördern, werden ab dem zweiten Jahr zum Gegenwind — und gefährden den bisher starken Cashflow. Hinzu kommt die Sorge, dass einfachere KI-Systeme klassische Softwareanbieter wie Nemetschek mittelfristig unter Margendruck setzen könnten.
Mit diesem Pessimismus steht die UBS bislang allein. Deutsche Bank und Barclays halten an „Buy“-Ratings fest. Und Nemetscheks eigene Zahlen liefern wenig Munition für die Bären: Das SaaS- und Subskriptionsgeschäft wuchs 2025 um 55,6 Prozent, der Cloud-ARR legte auf 220 Millionen Euro zu, 92 Prozent der Umsätze stammen aus planbaren, wiederkehrenden Quellen.
Rekordjahrgang als Fundament
Die operative Basis ist robust. Der Umsatz stieg 2025 um knapp 20 Prozent auf 1,191 Milliarden Euro — das erste Mal in der Unternehmensgeschichte über der Milliardenmarke. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 31,2 Prozent.
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Das Management setzt parallel ein Aktionärssignal: Zur Hauptversammlung am 21. Mai 2026 ist eine Dividende von 0,68 Euro je Aktie vorgeschlagen — ein Plus von rund 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sollten die Aktionäre zustimmen, wäre es die dreizehnte Dividendenerhöhung in Folge.
Der Aktienkurs schloss zuletzt bei 66,95 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn rund 26 Prozent im Minus. Die Kurserholung der vergangenen Wochen hat den Titel knapp über seinen 50-Tage-Durchschnitt gehoben — von einer nachhaltigen Trendwende ist das noch weit entfernt.
Q1-Zahlen als Schiedsrichter
Der Vorstand erwartet für 2026 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von rund 15 Prozent bei einer operativen Marge von bis zu 33 Prozent. Die Quartalsmitteilung Ende April wird zeigen, ob das Cloud-Wachstum das hohe Tempo hält — und damit das zentrale Argument gegen die UBS-These liefert. Bleibt es hinter den eigenen Prognosen zurück, gewinnt der KI-Verdrängungspessimismus konkrete Substanz.
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