Weniger Umsatz, ein schrumpfender Auftragsbestand und ein massiver Stellenabbau. Auf den ersten Blick lesen sich die Quartalszahlen von Nel ASA wie ein Krisenbericht. Die Börse reagiert am Donnerstag dennoch mit einem leichten Kursplus von 2,48 Prozent auf 0,21 Euro. Der norwegische Wasserstoff-Spezialist schrumpft sich gesund und fokussiert sich auf profitablere Nischen.
Das Management greift hart durch. Wie das Unternehmen am 23. April bestätigte, wurde die Belegschaft im Jahresvergleich um 19 Prozent reduziert. Diese strikte Kostenkontrolle zeigt erste Erfolge in der Bilanz.
Zwar sanken die Kundenerlöse im ersten Quartal auf 148 Millionen Norwegische Kronen. Parallel dazu verbesserte sich das operative Ergebnis (EBITDA) jedoch auf minus 100 Millionen Kronen. Bessere Margen und eine effizientere Projektabwicklung federn den Umsatzrückgang ab.
Nel ASA verabschiedet sich von unrentablen Aufträgen und priorisiert die Profitabilität. Mit liquiden Mitteln von rund 1,44 Milliarden Kronen bleibt das finanzielle Fundament vorerst stabil.
Strategischer Schwenk zur PEM-Technologie
Technologisch vollzieht der Konzern eine klare Neuausrichtung. Die sogenannte Proton Exchange Membrane (PEM) entwickelt sich zum wichtigsten Wachstumstreiber. Im Auftaktquartal entfielen 78 Prozent des Auftragseingangs auf dieses Segment. Ein neuer Vertrag aus den USA unterstreicht diesen Trend. Der Energieversorger Douglas County Public Utility District bestellte für sieben Millionen US-Dollar containerisierte PEM-Elektrolyseure.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nel ASA?
Die Anlage im Bundesstaat Washington soll überschüssige Wasserkraft in grünen Wasserstoff umwandeln und so das Stromnetz stabilisieren. Nel fertigt die Systeme im eigenen Werk in Connecticut, die Inbetriebnahme ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. Das Unternehmen setzt zunehmend auf solche standardisierten Container-Lösungen. Sie senken die Materialkosten und beschleunigen die Auslieferung.
Auftragsbestand schmilzt ab
Der Übergang zu kleineren, standardisierten Systemen hinterlässt Spuren in den Büchern. Der gesamte Auftragsbestand fiel bis Ende März auf 1,11 Milliarden Kronen. Das entspricht einem Rückgang von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Management blickt trotzdem optimistisch auf die kommenden Monate. Mehrere Industrieprojekte im Bereich von 50 bis 150 Megawatt stehen kurz vor der finalen Investitionsentscheidung.
Europa bleibt der aktivste Markt für diese Großprojekte, während Nordamerika und Asien aufholen. Um für diese Nachfrage gerüstet zu sein, testet Nel am US-Standort bereits eine verkleinerte Version der nächsten Elektrolyseur-Generation. Am Aktienmarkt honoriert man diesen Fokus auf Effizienz. Auf Sicht von 30 Tagen verzeichnet das Papier ein Plus von gut acht Prozent und notiert knapp über der 200-Tage-Linie.
Nel ASA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nel ASA-Analyse vom 23. April liefert die Antwort:
Die neusten Nel ASA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nel ASA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nel ASA: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
