Kurz nach einem durchwachsenen Quartalsbericht kauft Nel-ASA-Aufsichtsratschef Arvid Moss persönlich Aktien des Wasserstoff-Unternehmens — und setzt damit ein klares Signal, bevor am 6. Mai eine neue Technologieplattform vorgestellt wird, die die Kostenstruktur des Unternehmens grundlegend verändern soll.
Insider setzt eigenes Geld ein
Moss erwarb 100.000 Aktien zum Durchschnittspreis von 2,2547 norwegischen Kronen. Es ist sein erster öffentlich bekannter Kauf — und er fällt in eine Phase, in der die Aktie zuletzt rund 21 Prozent zugelegt hat, auf aktuell 0,23 Euro.
Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Die Q1-Zahlen zeigten zwar operative Fortschritte, aber auch einen dramatischen Einbruch beim Auftragseingang. Dass der Aufsichtsratschef unmittelbar danach eigenes Kapital einsetzt, lässt sich als Vertrauensvotum in die bevorstehende Produktvorstellung lesen.
Q1 2026: Kosten sinken, Aufträge brechen ein
Der Nettoverlust schrumpfte im ersten Quartal auf 144 Millionen Kronen, nach 179 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA verbesserte sich um 15 Millionen Kronen. Personalkosten sanken um mehr als ein Fünftel — das Restrukturierungsprogramm wirkt.
Die Kehrseite: Der Auftragseingang brach um 73 Prozent auf 85 Millionen Kronen ein. Der Auftragsbestand liegt bei rund 1,1 Milliarden Kronen. Innerhalb der zwei Sparten läuft das Alkaline-Segment besser — mit sechs Prozent Umsatzwachstum — während das PEM-Segment 14 Prozent Rückgang verzeichnete. Die Liquidität ist mit rund 1,4 Milliarden Kronen vorerst gesichert, das Management sieht sich für das gesamte Jahr 2026 ausreichend finanziert. Hinzu kommt ein erwarteter EU-Zuschuss von 11 Millionen Euro im zweiten Quartal.
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Der 6. Mai als Wendepunkt
CEO Håkon Volldal nennt die neue druckbasierte Alkaline-Plattform einen „Quantensprung“. Die Technologie soll die Investitionskosten um 40 bis 60 Prozent senken und die Betriebskosten um 10 bis 20 Prozent reduzieren. Für die Industrialisierung dieser Plattform hat Nel bis zu 135 Millionen Euro aus dem EU-Innovationsfonds zugesagt bekommen — genug, um eine Jahresproduktionskapazität von 4 GW aufzubauen.
Ein Risiko bleibt: Die beiden 500-MW-Produktionslinien für atmosphärische Alkaline-Elektrolyse im norwegischen Herøya liegen still. Mit dem Launch der neuen Plattform könnte eine Wertberichtigung auf diese Anlagen fällig werden.
Für das PEM-Segment zeigt sich Volldal optimistisch: Ein neuer Kaufauftrag wurde bereits im zweiten Quartal unterzeichnet, weitere sollen bis zur Halbjahresmeldung folgen. Diese erscheint am 15. Juli — dann wird sich zeigen, ob der Produktlaunch die erhoffte Nachfrage ausgelöst hat.
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