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Nel ASA Aktie: Iwatani belastet mit 70 Millionen

Nel ASA verzeichnet trotz rückläufiger Erlöse einen starken Auftragseingang. Die Aktie gilt als überverkauft, der Chart zeigt Abwärtstrend.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzrückgang im zweiten Quartal
  • Auftragseingang steigt um 171 Prozent
  • RSI signalisiert überverkaufte Lage
  • Kurs deutlich unter gleitenden Durchschnitten

Die Aktie von Nel ASA steckt tief in überverkauftem Terrain. Der norwegische Wasserstoff-Spezialist kämpft mit den Nachwehen gemischter Zahlen zum zweiten Quartal. Der 14-Tage-RSI liegt bei 30 – ein Wert, der klassisch auf eine Erschöpfung des Abwärtstrends hindeutet.

Am Freitag schloss die Aktie bei 0,1922 Euro, ein Minus von 1,94 Prozent. Damit liegt der Kurs 47,41 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 0,3655 Euro vom 25. Mai 2026. Nach unten bleibt nur wenig Puffer: Bis zum Jahrestief von 0,1731 Euro vom 26. Februar fehlen gerade einmal 11 Prozent.

Zahlen zeigen zwei Gesichter

Das zweite Quartal 2026 war ein Spagat zwischen Rückgang und Aufbruch. Die Erlöse aus Kundenverträgen sanken um 12 Prozent auf 153 Millionen Norwegische Kronen. Das EBITDA rutschte auf minus 155 Millionen Kronen, nach minus 100 Millionen im ersten Quartal.

Ein Sondereffekt drückte zusätzlich: Die Einigung mit dem Partner Iwatani belastete das Ergebnis mit 70 Millionen Kronen. Ohne diesen Posten wäre der operative Verlust deutlich kleiner ausgefallen.

Auf der anderen Seite steht ein Auftragseingang, der aufhorchen lässt. Er kletterte auf 230 Millionen Kronen – ein Plus von 171 Prozent zum Vorquartal und 224 Prozent zum Vorjahr. Der Bereich PEM-Elektrolyse trug 96 Prozent dieser neuen Bestellungen bei. Der Auftragsbestand wuchs zum Quartalsende auf 1.213 Millionen Kronen, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

CEO Håkon Volldal betonte vor allem die operativen Fortschritte. Das Quartal habe „encouraging commercial momentum“ gezeigt, so Volldal, mit zwei bedeutenden Kaufaufträgen und dem kommerziellen Start der neuen PA-Series-Plattform für druckbeaufschlagte alkalische Elektrolyse.

Ruhiger Kalender, enger Kursspielraum

Ein kurzfristiger Auslöser für eine Kurswende fehlt vorerst. Die nächsten Quartalszahlen für das dritte Quartal 2026 stehen laut Unternehmenskalender erst am 21. Oktober an. Die Hauptversammlung 2026 liegt bereits hinter dem Unternehmen.

Ohne feste Termine dürfte die kommende Woche stärker von der allgemeinen Stimmung rund um grünen Wasserstoff und Elektrolyseure geprägt sein. Nel arbeitet parallel an seinem Partnernetzwerk weiter. Im Fokus steht dabei die Kooperation mit Reliance in Indien, die den Bau einer Gigafactory zum Ziel hat.

Das Management selbst beschreibt die aktuelle Phase nüchtern als Konsolidierung, nicht als Wachstum. Eine gesunde Kassenposition erlaube es, laufende Kosten zu decken und in Technologie zu investieren, bis der Markt wieder anzieht – so die Botschaft aus der Chefetage.

Charttechnik zwischen Boden und Bodenlosigkeit

Der Kurs notiert derzeit 24,54 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 0,2547 Euro und auch 10,73 Prozent unter dem langfristigen 200-Tage-Schnitt von 0,2153 Euro. Alle wichtigen Trendlinien liegen also klar über dem aktuellen Niveau – ein Signal für einen intakten Abwärtstrend trotz überverkaufter Lage.

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 46,01 Prozent zeigt, wie nervös der Handel zuletzt verlief. Für die kommende Woche dürfte entscheidend sein, ob die Marke von 0,1731 Euro als Unterstützung hält oder ob erneuter Verkaufsdruck die Aktie zu neuen Jahrestiefs drückt.

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Diskussion zu Nel ASA

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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