Der Wasserstoff-Sektor baut seine Infrastruktur in Europa massiv aus. Bei Nel ASA kommt diese Aufbruchstimmung an der Börse allerdings nicht an. Der norwegische Elektrolyseur-Spezialist rutscht immer tiefer in die Korrektur.
Am Freitag schloss das Papier bei 0,24 Euro. Damit summiert sich der Verlust der vergangenen 30 Tage auf über 15 Prozent. Die Aktie notiert nun spürbar unter der 50-Tage-Linie.
Ein kompletter Absturz ist das jedoch nicht. Seit Jahresbeginn steht noch immer ein Plus von rund 24 Prozent auf der Kurstafel. Auch der wichtige 200-Tage-Durchschnitt bei 0,21 Euro bietet vorerst noch Halt.
Analysten raten zum Verkauf
Marktbeobachter bewerten die kurzfristigen Aussichten äußerst kritisch. Elf Experten auf der Plattform Investing.com vergeben im Konsens ein klares Verkaufssignal. Sie sehen das Kursziel bei umgerechnet etwa 0,18 Euro.
Andere Portale bestätigen dieses düstere Bild. TradingView meldet ebenfalls eine Verkaufsempfehlung von neun Analysten. TipRanks bildet mit einer neutralen Haltung eine seltene Ausnahme. Kein Wunder. Dem Unternehmen fehlt es an positiven Kurstreibern.
Konkurrenz treibt Projekte voran
Währenddessen entwickelt sich der europäische Wasserstoffmarkt dynamisch weiter. ENGIE und European Energy haben am Freitag ein großes Projekt in Dänemark angekündigt. Geplant ist eine Elektrolyseur-Kapazität von 150 Megawatt.
Die Anlage soll an das künftige dänisch-deutsche Wasserstoffnetz angeschlossen werden. Solche Partnerschaften zeigen den rasanten Aufbau der Infrastruktur. Für Nel ASA wächst damit der Druck, eigene Aufträge in Europa zu sichern.
Die technische Lage bleibt angespannt. Fällt der Kurs unter den langfristigen Durchschnitt, drohen weitere Abverkäufe in Richtung des Jahrestiefs von 0,17 Euro. Ohne neue Großaufträge fehlt der Aktie aktuell der nötige Antrieb für eine Trendwende.
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