Nel ASA präsentiert eine Bilanz der Extreme, die Anleger vor ein Rätsel stellt. Während Umsatzschwund und massive Abschreibungen tiefe Löcher in das Ergebnis reißen, füllen sich die Auftragsbücher so schnell wie fast nie zuvor. Wiegen die bilanziellen Belastungen schwerer als das künftige Wachstumspotenzial?
Tiefrote Zahlen durch Abschreibungen
Das Geschäftsjahr 2025 verlief für den norwegischen Wasserstoff-Spezialisten ernüchternd. Der Jahresumsatz schrumpfte um 31 Prozent auf 963 Millionen NOK. Besonders das vierte Quartal zeigte mit einem Erlösrückgang von 20 Prozent auf 330 Millionen NOK deutliche Schwäche. Verantwortlich hierfür waren vor allem Verzögerungen bei großen Elektrolyseur-Auslieferungen, die von den Zeitplänen der Kundenprojekte abhängen.
Noch gravierender fällt der Blick auf das Nettoergebnis aus. Nel verzeichnete im vierten Quartal einen Verlust von 870 Millionen NOK – eine massive Verschlechterung gegenüber den 64 Millionen NOK im Vorjahreszeitraum. Dieser Fehlbetrag resultiert jedoch primär aus nicht zahlungswirksamen Abschreibungen in Höhe von 799 Millionen NOK. Diese entfielen größtenteils auf Goodwill und Technologie-Assets im PEM-Segment sowie auf Produktionsanlagen am Standort Herøya.
Historischer Ansturm auf Auftragsbücher
Im scharfen Kontrast zur aktuellen Ertragslage steht die Entwicklung der Nachfrage. Der Auftragseingang explodierte im vierten Quartal förmlich um 364 Prozent auf 686 Millionen NOK. Dies markiert das zweitbeste Quartal in der Unternehmensgeschichte.
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Treibende Kraft war hierbei die PEM-Sparte, die für 93 Prozent der neuen Bestellungen verantwortlich zeichnete. Großaufträge für Projekte wie HyFuel und Kaupanes sowie Partnerschaften mit Samsung E&A ließen den gesamten Auftragsbestand zum Quartalsende um 34 Prozent auf knapp 1,32 Milliarden NOK ansteigen.
Parallel dazu treibt Nel die Expansion voran. Der Vorstand genehmigte die Industrialisierung der neuen „Pressurized Alkaline“-Plattform in Herøya. Das Projekt wird maßgeblich durch den EU-Innovationsfonds unterstützt, der bis zu 135 Millionen Euro und damit rund 60 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt.
Fazit: Umsetzung wird entscheidend
Trotz der bilanziellen Schieflage verfügt Nel mit einer Cash-Position von rund 1,6 Milliarden NOK über ein solides Polster. Die zentrale Herausforderung liegt nun darin, den sprunghaft gestiegenen Auftragsbestand effizient in Umsatz umzuwandeln. Ob die operative Wende gelingt, wird sich spätestens am 22. April 2026 zeigen, wenn das Unternehmen die Zahlen zum ersten Quartal vorlegt.
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