Nels Zahlen vom 15. Oktober zeigen eine deutliche Kluft zwischen laufendem Geschäft und künftiger Auslastung: Die Erlöse aus Kundenverträgen sind stark gesunken, während Auftragseingang und Auftragsbestand zulegten. Für Anleger ist deshalb entscheidend, zwischen neuen Bestellungen und bereits realisiertem Geschäft zu unterscheiden. Der Auftragszuwachs ist ein positives Signal, belegt aber noch keine operative Erholung.
Umsatzeinbruch und Verluste prägen das Geschäft
Nach Unternehmensangaben fielen die Erlöse aus Kundenverträgen im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um 63% auf NOK 112 Millionen. Die gesamten Umsätze und Erträge beliefen sich auf NOK 138 Millionen.
Die Unterscheidung beider Erlösgrößen ist wichtig: Der höhere Gesamtbetrag ändert nichts am deutlichen Rückgang des Geschäfts aus Kundenverträgen. Gerade dieser Einbruch bildet den Gegenpol zu den stärkeren Auftragszahlen. Eine bessere Bestellsituation und eine schwache Umsatzentwicklung können gleichzeitig bestehen.
Das EBITDA lag bei NOK -93 Millionen. Unter dem Strich meldete Nel einen Nettoverlust von NOK -141 Millionen.
Damit blieb das Unternehmen sowohl beim EBITDA als auch beim Nettoergebnis in der Verlustzone. Die stärkere Nachfrage auf Auftragsebene hat sich im berichteten Quartal folglich noch nicht in positiven Ergebnissen niedergeschlagen. Für die Einordnung reicht es deshalb nicht, allein auf die Wachstumsraten der Bestellungen zu schauen.
Bestellungen stärken die Perspektive
Der Auftragseingang auf Konzernebene stieg gegenüber dem Vorjahr um 339% auf NOK 253 Millionen. Das ist der klare positive Gegenakzent zu den gesunkenen Kundenerlösen.
Auftragseingang und Umsatz beschreiben jedoch unterschiedliche Schritte im Geschäft. Neue Bestellungen erweitern die Grundlage für spätere Erlöse; sie sind nicht mit bereits verbuchten Umsätzen gleichzusetzen. Ebenso wenig lässt sich aus dem Bestellzuwachs allein ableiten, wann Nel die Verlustzone verlassen könnte.
Der Auftragsbestand erhöhte sich um 34% auf NOK 1.314 Millionen. Damit wuchs neben dem Neugeschäft auch das noch abzuarbeitende Auftragsvolumen.
Entscheidend ist die Umsetzung
Auch bei möglichen Kooperationen bleibt die Abgrenzung wichtig. Die vor gut drei Wochen unterzeichnete Absichtserklärung mit Rheinmetall betrifft die Prüfung einer Zusammenarbeit beim Giga-PtX-Konzept für dezentrale, kohlenstoffarme synthetische Kraftstoffe. Sie ist kein bestätigter Auftrag und gehört deshalb nicht in dieselbe Kategorie wie verbindliche Bestellungen.
Nels operative Einordnung fällt somit zweigeteilt aus: Der gewachsene Auftragsbestand verbessert die Ausgangsbasis für künftige Erlöse. Der Umsatzrückgang und die Verluste zeigen dagegen, dass diese Perspektive noch keine Ergebniswende bedeutet. Der zentrale Prüfstein ist die Umsetzung des Auftragsbestands in Geschäft, das auch die Ertragslage verbessert.
Stand heute, 1. November: Nel ASA – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Nel ASA investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 1. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
