Bei Nel ASA brennt die Luft. Der norwegische Wasserstoff-Spezialist hat in nur 30 Tagen rund 40 Prozent an Börsenwert verloren. Ein überraschender Chefwechsel und einbrechende Aufträge verunsichern den Markt. Am 15. Juli muss das Unternehmen nun liefern.
Einbruch beim Auftragseingang
Der kommende Halbjahresbericht wird zur Belastungsprobe. Bereits im ersten Quartal erlebte Nel ASA einen herben Rückschlag. Der Auftragseingang stürzte auf 85 Millionen Norwegische Kronen ab. Im Vorjahreszeitraum standen hier noch 312 Millionen Kronen in den Büchern. Marktbeobachter suchen nun dringend nach Signalen für eine Stabilisierung. Neue Großprojekte müssen her.
Chefwechsel trifft auf volles Konto
Erschwerend kommt ein Vakuum an der Führungsspitze hinzu. Mitte Juni kündigte CEO Håkon Volldal seinen Rücktritt an. Das wirft Fragen zur langfristigen Strategie auf. Die Folge: zusätzliche Unsicherheit in einem ohnehin nervösen Sektor.
Immerhin steht das Unternehmen finanziell auf einem soliden Fundament. Die Barreserven belaufen sich auf 1,4 Milliarden Kronen. Damit kann Nel ASA den laufenden Betrieb vorerst ohne frisches Kapital finanzieren.
Charttechnik sendet Warnsignale
An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage wider. Am Freitag schloss das Papier bei 0,20 Euro. Damit rutschte der Kurs deutlich unter die wichtige 50-Tage-Linie. Diese verläuft aktuell bei 0,27 Euro.
Seit dem Hoch Ende Mai hat sich der Wert fast halbiert. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von knapp 32 mittlerweile einen stark überverkauften Zustand.
Bis zur Vorlage der Quartalszahlen am 15. Juli fehlen branchenweite Impulse. Der Aktienkurs dürfte stark von der Stimmung rund um die vakante CEO-Position abhängen. Fällt der Kurs weiter, rückt das Jahrestief von 0,17 Euro als nächste harte Unterstützungszone in den Fokus.
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