Nel ASA erlebt einen unruhigen Montag. Konzernchef Håkon Volldal tritt zurück — und das ausgerechnet in dem Moment, in dem das Unternehmen einen jahrelangen Rechtsstreit in den USA beilegt.
Volldal führt Nel seit Juli 2022. Er wird eine sechsmonatige Kündigungsfrist einhalten und so lange im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden ist. Der Verwaltungsrat hat die Suche nach einem neuen CEO eingeleitet. Volldal selbst betonte, er wechsle in eine andere Branche, bleibe aber ein Befürworter der Wasserstoffwirtschaft.
Millionenvergleich beendet US-Rechtsstreit
Parallel zur Personalie löst Nel einen Rechtsstreit mit Iwatani Corporation of America. Der Konflikt schwelte seit 2024 und drehte sich um Lieferverträge für Wasserstofftankstellen in Kalifornien. Nel zahlt im Rahmen des außergerichtlichen Vergleichs 7,5 Millionen US-Dollar. Damit fällt eine rechtliche Belastung weg, die Nels Nordamerika-Geschäft seit Jahren begleitet hat.
Operative Zahlen zeigen ein gemischtes Bild
Das erste Quartal 2026 verlief durchwachsen. Der Umsatz sank um fünf Prozent auf 148 Millionen Norwegische Kronen. Das EBITDA verbesserte sich allerdings auf minus 100 Millionen Kronen — nach minus 115 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand lag zum Quartalsende bei 1,113 Milliarden Kronen.
Zuletzt sicherte sich Nel zwei separate PEM-Elektrolyseur-Aufträge aus den USA und Europa, jeweils rund 7 Millionen US-Dollar wert.
Aktie unter Druck
An der Börse kommt die Nachrichtenlage schlecht an. Die Nel-Aktie notiert bei 0,23 Euro und hat in den vergangenen 30 Tagen rund 23 Prozent verloren. Der RSI liegt bei 36,4 — knapp oberhalb der klassischen Überverkauft-Schwelle von 30. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 0,37 Euro Ende Mai hat die Aktie mehr als ein Drittel ihres Wertes eingebüßt.
Der Führungswechsel schafft Unsicherheit. Wie schnell der Verwaltungsrat einen überzeugenden Nachfolger präsentiert, dürfte maßgeblich beeinflussen, ob sich die Stimmung rund um Nel kurzfristig dreht.
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