Starke Kursgewinne, schwache Auftragsbücher – bei Nel ASA klaffen Realität und Marktstimmung spürbar auseinander. Der Wasserstoffspezialist profitiert massiv von einer branchenweiten Euphorie, angetrieben durch den Energiehunger von KI-Rechenzentren. Operativ kämpft das norwegische Unternehmen indes mit einem schrumpfenden Auftragsbestand und skeptischen Analysten.
Auf Monatssicht legte die Aktie um knapp 42 Prozent auf 0,30 Euro zu. Damit notiert das Papier fast 48 Prozent über seiner 200-Tage-Linie. Dieser Aufschwung verdankt sich weniger eigenen Erfolgen als vielmehr starken Quartalszahlen der US-Konkurrenz wie Bloom Energy.
Erste Erfolge im US-Versorgergeschäft
Strategisch verbuchte das Management zuletzt wichtige Etappensiege. Nel Hydrogen US sicherte sich einen Auftrag über rund sieben Millionen US-Dollar vom Douglas County Public Utility District im Bundesstaat Washington. Es ist der erste Verkauf von PEM-Elektrolyseuren an einen öffentlichen US-Versorger. Die Anlagen sollen ab dem ersten Halbjahr 2027 überschüssigen Strom aus Wasserkraft nutzen, um das Stromnetz zu stabilisieren.
Parallel dazu bestellte das europäische Unternehmen Mesure Process containerisierte PEM-Einheiten im gleichen finanziellen Umfang. Diese Anlagen versorgen künftig Wasserstofftankstellen und Industriekunden.
Analysten warnen vor Skalierungsrisiken
Die Investmentbanken lassen sich von diesen Einzelabschlüssen nicht umstimmen. Berenberg senkte das Kursziel von 2,60 auf 2,30 Norwegische Kronen, die Citigroup reduzierte auf 2,40 Kronen. Beide Häuser verweisen auf anhaltende Unsicherheiten bei der kommerziellen Skalierung. Aktuell rät kein einziger Analyst zum Kauf der Aktie.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nel ASA?
Die Skepsis fußt auf den jüngsten Quartalszahlen. Der Auftragseingang brach um 73 Prozent ein, der Auftragsbestand schrumpfte um fast ein Viertel. Immerhin dämmte Nel den operativen Verlust leicht ein und verfügt über ausreichend Liquidität bis Ende 2026. Ein Insiderkauf von Verwaltungsratschef Arvid Moss im April werten Marktbeobachter als kleinen Vertrauensbeweis.
Herøya-Ausbau und EU-Millionen im Fokus
Operativ ruhen die Hoffnungen nun auf dem Ausbau der Produktion im norwegischen Herøya. Bis Jahresende sollen dort die ersten 500 Megawatt der geplanten Gigawatt-Kapazität ans Netz gehen. Finanzielle Flankierung liefert der EU-Innovationsfonds, der den Hochlauf mit bis zu 135 Millionen Euro unterstützt. Eine erste Tranche von rund elf Millionen Euro erwartet Nel noch im laufenden zweiten Quartal.
Am 15. Juli legt Nel die Ergebnisse für das erste Halbjahr vor. Bis dahin muss das Management beweisen, dass die jüngsten US- und Europa-Aufträge keine Einzelfälle bleiben. CEO Håkon Volldal verhandelt nach eigenen Angaben bereits über weitere Projekte im Bereich von 50 bis 150 Megawatt.
Nel ASA-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nel ASA-Analyse vom 16. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Nel ASA-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nel ASA-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nel ASA: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
