Wasserstoff-Aktien sind zurück auf den Einkaufslisten vieler Marktteilnehmer. Nel ASA profitiert besonders stark von der neuen Branchenstimmung, obwohl die eigenen Zahlen noch kein klares Wachstumssignal liefern. Der Kurs zieht am Freitag auf 0,33 Euro an und liegt damit 13,02 Prozent im Plus.
Der Sprung ist mehr als eine Tagesbewegung. Seit Jahresanfang steht ein Gewinn von 69,80 Prozent zu Buche, vom 52-Wochen-Tief bei 0,18 Euro hat sich die Aktie deutlich gelöst. Das zeigt: Die Spekulation auf eine Erholung im Wasserstoffsektor läuft wieder.
US-Deal bringt Fantasie zurück
Auslöser der besseren Stimmung ist vor allem ein Großauftrag in den USA. Bloom Energy liefert Brennstoffzellentechnik für den KI-Cloudanbieter Nebius. Das Paket umfasst Servicegebühren von bis zu 2,6 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von 30 Jahren.
Technisch geht es um garantierte Kapazität von 250 Megawatt und installierte Kapazität von 328 Megawatt. Der Deal stärkt die These, dass Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik bei stromhungriger KI-Infrastruktur eine Rolle spielen könnte.
Das wirkte sofort auf andere Branchenwerte. Plug Power legte am Mittwoch um 14,2 Prozent zu, weil der Markt auf ähnliche Partnerschaften auch bei anderen Anbietern setzte. Nel ASA wird in diese Sektorbewegung mit hineingezogen, obwohl der Auftrag nicht direkt an die Norweger ging.
Rückenwind kam auch vom World Hydrogen Summit in Rotterdam. Die Veranstaltung rückte Wasserstofftechnologien in dieser Woche erneut ins Blickfeld institutioneller Investoren und Industriepartner.
Zahlen bleiben die Schwachstelle
Operativ ist die Lage bei Nel ASA noch nüchterner. Im ersten Quartal erzielte das Unternehmen Erlöse aus Kundenverträgen von 148 Millionen norwegischen Kronen. Das lag 5 Prozent unter dem Vorjahreswert.
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Das EBITDA fiel mit minus 100 Millionen norwegischen Kronen weiter negativ aus. Immerhin verbesserte sich das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr um 15 Millionen Kronen. Kostendisziplin hilft, ersetzt aber noch keine stärkere Nachfrage.
Der Auftragseingang lag im Quartal bei 85 Millionen norwegischen Kronen. Der gesamte Auftragsbestand erreichte zum Quartalsende 1,1 Milliarden Kronen. Die Kasse blieb mit rund 1,4 Milliarden Kronen stabil.
Nel arbeitet parallel an der Effizienz. Die Beschäftigtenzahl wurde auf 300 reduziert, ein Rückgang um 26 Prozent gegenüber dem Höchststand. Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen außerdem einen EU-Zuschuss von 11 Millionen Euro.
Analysten bleiben skeptisch
Die Kurserholung trifft auf ein vorsichtiges Analystenbild. Genannt werden sieben Verkaufsvoten und sechs Halteempfehlungen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 2,12 norwegischen Kronen.
Die Spanne der Kursziele reicht von 1,00 bis 4,20 norwegische Kronen. Auf Basis des Durchschnittsziels ergibt sich ein rechnerisches Abwärtspotenzial von 31,89 Prozent. Der Markt preist also bereits deutlich mehr Hoffnung ein, als viele Analysten derzeit abbilden.
Es gibt allerdings Ausnahmen. Kulwinder Rajpal von Alpha Value sieht den fairen Wert bei 4,12 norwegischen Kronen und damit ein mögliches Plus von rund 30 Prozent. Genau dieser Abstand zwischen skeptischem Konsens und neuer Brancheneuphorie macht die Aktie kurzfristig so beweglich.
Charttechnisch ist der Lauf weit fortgeschritten. Der Kurs liegt 42,02 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und 58,54 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Nach dem starken Anstieg braucht Nel nun konkrete operative Fortschritte, damit aus der Sektor-Rally mehr wird als ein Momentum-Trade.
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