Der Wasserstoffsektor sendet wieder Lebenszeichen. Bei Nel ASA trifft eine kräftige Kurserholung auf neue Branchenimpulse aus Rechenzentren, Elektrolyse-Projekten und maritimer Forschung. Wichtig ist dabei: Die Aktie steigt nicht wegen einer einzelnen Nel-Meldung. Der Markt bewertet das Umfeld für Wasserstofftechnik wieder etwas freundlicher.
Am Freitag schloss die Nel-Aktie bei 0,33 Euro und legte um 13,89 Prozent zu. Der Kurs markierte damit auf Euro-Basis ein neues Jahreshoch. Auch über mehrere Wochen zeigt die Bewegung wieder Kraft.
Rückenwind aus KI-Rechenzentren
Ein wichtiger Impuls kam von Bloom Energy. Das Unternehmen vereinbarte mit dem KI-Anbieter Nebius die Lieferung von 328 Megawatt Brennstoffzellen-Leistung. Das erste Projekt soll 2026 laufen.
Dieser Deal reicht über Bloom hinaus. Er nährt die These, dass KI-Rechenzentren künftig mehr dezentrale und zuverlässige Energiequellen brauchen. Wasserstoffnahe Brennstoffzellen rücken damit wieder in die Debatte über Stromversorgung, Lastspitzen und Dekarbonisierung.
Plug Power profitierte ebenfalls und stieg am Freitag um mehr als 14 Prozent. Kurz zuvor hatte Plug die finale Investitionsentscheidung für Barrow Green Hydrogen in Großbritannien gemeldet.
Das Projekt nutzt sechs PEM-Elektrolyseure. Die Anlagen kommen zusammen auf 30 Megawatt Leistung. Solche Projekte geben dem Sektor einen praktischen Anker, weil sie über reine Ankündigungen hinausgehen.
Nel holt verlorenen Boden zurück
Auf Monatssicht liegt Nel nun 62,38 Prozent im Plus. Seit Jahresanfang summiert sich der Gewinn auf 71,10 Prozent. Auf drei Jahre bleibt trotzdem ein Minus von 78,07 Prozent stehen.
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Genau darin steckt der Kernkonflikt. Die Aktie erholt sich schnell, aber sie kommt aus einem tiefen Bewertungsloch. Der jüngste Anstieg zeigt neues Interesse, löscht die alten Verluste aber nicht aus.
Charttechnisch hat sich das Bild verbessert. Der Kurs liegt 59,75 Prozent über der 200-Tage-Linie. Das spricht für Momentum, erhöht aber auch die Fallhöhe bei enttäuschenden Nachrichten.
Für Nel bleibt die Skalierung der Elektrolyse-Technik zentral. Der Markt will sehen, ob die Anlagen günstiger und in größeren Serien einsetzbar werden. Pilotprojekte allein reichen auf Dauer nicht.
Forschung stützt die Langfrist-Story
Auch auf der Anwendungsseite bewegt sich etwas. In Flensburg fand am 20. Mai die Kiellegung für das schwimmende Labor MODULARIS statt. Die 48 Meter lange Plattform soll reale Tests auf See ermöglichen.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt will dort wasserstoffbasierte Schiffsantriebe testen. Auch Brennstoffzellen sowie alternative Kraftstoffe wie Methanol und Ammoniak stehen auf dem Programm. Das macht die Plattform für die maritime Energiewende relevant.
Kurzfristig ist das kein direkter Umsatztreiber für Nel. Der Schritt zeigt aber, wie breit die Wasserstofftechnik inzwischen getestet wird. Genau solche Anwendungen entscheiden später über Kosten, Zuverlässigkeit und Marktgröße.
Der nächste Prüfstein liegt in der Umsetzung der angekündigten Projekte. Bloom und Nebius wollen ihr erstes Projekt 2026 in Betrieb nehmen, Plug hat Barrow bereits freigegeben. Für Nel zählt nun, ob die bessere Sektorstimmung in konkrete Elektrolyse-Aufträge und niedrigere Kosten mündet.
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