Ein Milliardenmarkt mit prognostizierten 31 Prozent Wachstum pro Jahr — und die Nel-Aktie verliert trotzdem an Boden. Der norwegische Wasserstoff-Spezialist taucht in einer aktuellen Marktstudie als einer der Profiteure des globalen Booms bei grünem Wasserstoff auf. An der Börse zeigt sich davon bisher wenig.
Am Freitag schloss die Aktie bei 0,20 Euro, ein Minus von 0,73 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 4,21 Prozent zu Buche, über 30 Tage sind es sogar 15,64 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 0,37 Euro aus dem Mai trennen den Titel mittlerweile fast 44 Prozent.
Wachstumsmarkt trifft schwachen Kurs
Die Studie beziffert den globalen Markt für grünen Wasserstoff für 2025 auf rund 12,5 Milliarden US-Dollar. Für 2026 erwarten die Analysten einen Sprung auf 16,4 Milliarden US-Dollar. Bis 2035 soll das Volumen auf etwa 188,9 Milliarden US-Dollar steigen — eine jährliche Wachstumsrate von rund 31,2 Prozent.
Treiber sind strengere Emissionsvorgaben, neue politische Förderprogramme und der zunehmende Einsatz von Wasserstoff im Transportsektor. Nel ASA gilt in diesem Umfeld als einer der zentralen Ausrüster. Das Unternehmen baut Elektrolyseure auf Alkali- und PEM-Basis für die Wasserstoffproduktion aus erneuerbaren Energien und ist mit Standorten in Norwegen, den USA, Dänemark und Südkorea international aufgestellt.
Neue Technologie soll Kosten drücken
Im Mai 2026 brachte Nel eine neue Generation seiner druckbeaufschlagten Alkali-Elektrolyseure auf den Markt. Acht Jahre Entwicklungsarbeit stecken in dem System. Das Ziel: schlüsselfertige Anlagen mit 25 Megawatt Leistung für unter 1.450 US-Dollar pro Kilowatt zu bauen — deutlich günstiger als bisherige Marktlösungen.
Auftragsseitig kann Nel bereits Erfolge vorweisen. Im November 2025 sicherte sich das Unternehmen einen Auftrag für ein 40-Megawatt-Wasserstoffprojekt in Norwegen. Das Volumen: über 50 Millionen US-Dollar, abgewickelt mit PEM-Elektrolyseur-Technologie.
Trotz dieser Fortschritte bleibt der Aktienkurs unter Druck. Der Relative-Stärke-Index von 35,2 deutet auf eine überverkaufte Situation hin, ohne dass bislang eine klare Trendwende erkennbar wäre. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 370,7 Millionen Euro — bei einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von knapp 65 Prozent ist die Aktie damit spürbaren Kursschwankungen ausgesetzt.
Am 15. Juli 2026 legt Nel ASA die Zahlen zum zweiten Quartal vor, begleitet von einer virtuellen Ergebnispräsentation am selben Tag. Der Bericht dürfte zeigen, ob sich die operativen Fortschritte bei Technologie und Auftragslage auch finanziell niederschlagen.
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