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Nel Aktie: Zahlen belasten

Der Wasserstoff-Spezialist Nel verzeichnet 2025 einen historischen Verlust bei sinkendem Umsatz, konnte jedoch im vierten Quartal einen deutlichen Anstieg bei Neuaufträgen verbuchen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzrückgang und höchster Jahresverlust der Firmengeschichte
  • Auftragseingang im vierten Quartal steigt um über 360 Prozent
  • Wertminderungen von fast 800 Millionen NOK belasten Ergebnis
  • Markteintritt neuer Elektrolyseur-Technologie für 2026 geplant

Nel legt für 2025 eine ungewöhnliche Kombination vor: deutlich weniger Umsatz und der höchste Verlust der Unternehmensgeschichte – aber gleichzeitig ein kräftiger Sprung bei den Neuaufträgen. Genau dieser Spagat zeigt, wo der Wasserstoff-Spezialist gerade steht. Kann Nel den vollen Auftragsblock schnell genug in Auslieferungen und Umsatz drehen?

Umsatz bricht ein, Abschreibungen reißen Loch

Im Gesamtjahr 2025 sank der Umsatz auf 963 Mio. NOK, ein Minus von 31% gegenüber 2024 (1.390 Mio. NOK). Im vierten Quartal ging der Umsatz um 20% auf 330 Mio. NOK zurück.

Nel begründet die Schwäche vor allem mit Verzögerungen und Ausfällen bei Projekten für erneuerbaren Wasserstoff. Final Investment Decisions kamen später als erwartet, zudem wurden Verträge verschoben oder gestrichen, weil Kunden die Finanzierung nicht sichern konnten. Das führte zu mehr Lagerbestand an fertigen Produkten und zu einem niedrigeren Auftragsbestand für Auslieferungen im Jahr 2026. Parallel passte Nel Kostenbasis und Auslastung am Standort Herøya an die Nachfrage an – höhere Fixkosten durch die ausgebaute Kapazität drückten das Ergebnis aber weiter, solange nicht mehr Aufträge in Produktion und Auslieferung laufen.

Unter dem Strich belasteten vor allem nicht zahlungswirksame Wertminderungen (Impairments) von insgesamt 799 Mio. NOK. Davon entfielen 439 Mio. NOK auf Goodwill und immaterielle Technologiewerte im PEM-Bereich, weitere 361 Mio. NOK auf Produktionsanlagen für alkalische Elektrolyseure in Herøya.

Die Folge: Im vierten Quartal 2025 lag der Nettoverlust bei 870 Mio. NOK (Q4 2024: 64 Mio. NOK). Auf Jahressicht summierte sich der Nettoverlust auf 1.265 Mio. NOK, nach 258 Mio. NOK im Vorjahr. Das EBITDA lag im Gesamtjahr bei -275 Mio. NOK (2024: -173 Mio. NOK), im vierten Quartal bei -36 Mio. NOK.

Neuaufträge ziehen deutlich an

Während Umsatz und Ergebnis schwächelten, zeigte der Auftragseingang im vierten Quartal ein ganz anderes Bild: Nel verbuchte Neuaufträge über 686 Mio. NOK. Das entspricht einem Plus von 364% gegenüber Q4 2024 (148 Mio. NOK) und war laut Bericht das zweitbeste Quartal der Unternehmensgeschichte.

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Der Auftragsbestand lag zum Quartalsende bei 1.319 Mio. NOK, ein Anstieg um 34% gegenüber Q3 2025. Treiber war vor allem die PEM-Sparte. Genannt werden unter anderem PEM-Bestellungen von HyFuel sowie Kaupanes Hydrogen Solutions in Norwegen mit einem kombinierten Wert von über 50 Mio. US-Dollar.

Technologie-Plan für Herøya und nächste Termine

Strategisch setzt Nel auf eine neue Fertigungsplattform: Im Dezember 2025 gab der Vorstand grünes Licht für die Industrialisierung der „Next Generation Pressurized Alkaline“-Technologie am Standort Herøya. Die Entwicklung läuft seit 2018 und hat die Prototyp-Phase abgeschlossen.

Phase eins (Ziel: 1 GW Kapazität) soll vor Fördermitteln rund 300 Mio. NOK kosten. Unterstützung kommt aus dem EU Innovation Fund: Bis zu 135 Mio. Euro sollen rund 60% der förderfähigen Kosten abdecken. Der Markteintritt ist für die erste Hälfte 2026 geplant, größere Auslieferungen erwartet Nel ab 2027. Langfristig zielt das Unternehmen am Standort auf bis zu 4 GW Jahreskapazität.

Finanziell meldete Nel zum Quartalsende liquide Mittel von 1.617 Mio. NOK (Ende 2024: 1.876 Mio. NOK). Außerdem passte das Unternehmen den Personalbestand im Zuge der Kostenanpassungen nach unten an.

Der nächste konkrete Datenpunkt folgt mit den Q1-Zahlen am 22. April. Die Hauptversammlung ist für den 10. April angesetzt.

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