Nebius legt die Preise für KI-Rechenleistung offen. Auf der NVIDIA GTC in Berlin hat der Cloud-Anbieter öffentliche Live-Preise für GPU-Spotkapazitäten angekündigt. Kunden sollen damit besser sehen, was Rechenleistung kostet, und flexibler darauf zugreifen können.
Mehr Preismodelle für KI-Teams
Die Spotpreise für preemptible Instanzen sind ab sofort auf der Nebius-Website sowie bei Drittplattformen wie Shadeform, Silicon Data und GPU Finder einsehbar. Daneben bietet Nebius Reserve-Auktionen für kurzfristige Kapazitätsblöcke und Pay-as-you-go ohne feste Laufzeit an. Ein Pilotprogramm soll Kunden zudem belohnen, wenn sie ungenutzte GPUs in den Spotpool zurückgeben.
Gründer und CEO Arkady Volozh begründet den Schritt mit dem Ziel eines offenen Marktes für Rechenleistung. Teams experimentierten, trainierten und betrieben Produktivdienste parallel, jeder Fall brauche einen anderen Zugang zu Kapazität. NVIDIA lobt die Transparenz als Weg, die eigene Infrastruktur besser auszulasten.
Europa als Wachstumsbühne
Nebius betreibt Kapazität in Finnland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Estland und Island. Weitere Standorte stehen in der Prüfung. Als Kunden nennt das Unternehmen unter anderem Black Forest Labs, Prosus, Photoroom und die Neobank bunq.
Deren Assistent Finn erreicht auf offenen Modellen nach Unternehmensangaben die Qualität führender geschlossener Systeme bei 60 Prozent der Kosten je Antwort. In Deutschland liefert Nebius zudem Rechenleistung für eine KI-Challenge der Bundesagentur SPRIND.
Parallel erweitert Nebius sein Entwicklerprogramm in Europa um weitere 10 Millionen Dollar an Rechenzeit-Förderung. Hinzu kommen Gründerfinanzierung und Community-Formate. Die Nebius Academy startet mit dem NVIDIA Deep Learning Institute eine Ausbildungskooperation.
Technik als Differenzierung
Technisch setzt Nebius auf die enge Partnerschaft mit NVIDIA. Das Unternehmen gehört nach eigenen Angaben zu den ersten Clouds, die Vera-Rubin-NVL72-Systeme validiert haben, und adoptiert als erste die Inferenzbeschleuniger Groq 3 LPX. Auch NVIDIA Vera CPUs sollen früh zum Einsatz kommen. Bei SemiAnalysis hält Nebius den Platinum-Status im ClusterMAX-Ranking.
Transparente Spotpreise könnten den Preisdruck im GPU-Markt erhöhen, weil Kunden Angebote leichter vergleichen. Für Nebius ist das auch eine Chance, freie Kapazitäten schneller zu füllen. Wie stark sich das in den Zahlen niederschlägt, dürfte sich erst in kommenden Quartalsberichten zeigen.
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