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Nebius Aktie: Schlummern Gefahren weiter?

Der KI-Infrastrukturanbieter Nebius Group meldet extreme Umsatzsprünge, hat aber seine Schuldenlast massiv erhöht. Der anstehende Quartalsbericht muss die hohe Bewertung rechtfertigen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umsatzwachstum von 479 Prozent im Jahr 2025
  • Schuldenlast durch Meta-Deal mehr als verdreifacht
  • Hohe Verluste trotz rasant steigender Erlöse
  • Aktie signalisiert stark überkauften Zustand

Nebius Group wächst rasant. Der Anbieter von KI-Infrastruktur verzeichnet extreme Umsatzsprünge. Parallel dazu türmt das Management einen massiven Schuldenberg auf. Am 29. April folgt der Realitätscheck. Dann präsentiert der Konzern die Zahlen für das erste Quartal 2026.

Der Zweikampf der KI-Ausrüster

Am Markt kristallisiert sich ein klares Duell heraus. Nebius misst sich direkt mit dem Rivalen CoreWeave. Die Ansätze unterscheiden sich deutlich. Nebius liefert Kunden ein komplettes System für das Training von KI-Modellen. CoreWeave füllt seine Rechenzentren primär mit Grafikprozessoren für diverse Aufgaben.

Beim Umsatz trennen die beiden Welten. CoreWeave steigerte die Erlöse im vergangenen Jahr auf 5,1 Milliarden Dollar. Nebius ist mit 530 Millionen Dollar deutlich kleiner.

Dafür wächst der Herausforderer wesentlich schneller. Nebius verzeichnete 2025 ein Umsatzplus von 479 Prozent.

Dieses Wachstum kostet viel Geld. Nebius sicherte sich im März einen wegweisenden Vertrag mit Meta Platforms. Im gleichen Schritt nahm das Unternehmen neue Schulden in Höhe von 8,3 Milliarden Dollar auf. Damit hat sich die Schuldenlast seit Ende 2025 mehr als verdreifacht.

Beide Konzerne verbrennen aktuell viel Kapital. Nebius verzeichnete im vergangenen Jahr einen Verlust von 447 Millionen Dollar. CoreWeave meldete ein Minus von 1,2 Milliarden Dollar. Die Gewinnschwelle liegt für beide weit in der Zukunft.

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Hohe Erwartungen, hohe Bewertung

Für das laufende Jahr legt das Management die Messlatte hoch. Der Umsatz soll 2026 auf bis zu 3,4 Milliarden Dollar steigen. Ende des Jahres peilt der Vorstand eine jährliche Umsatzrate von bis zu neun Milliarden Dollar an.

Dafür baut Nebius die Kapazitäten massiv aus. Die Zahl der Rechenzentren wächst bis Jahresende von sieben auf 16 Standorte.

Die Börse bezahlt diese Fantasie bereits teuer. Nebius bringt aktuell rund 41 Milliarden Dollar auf die Waage. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei knapp 12. Der Branchendurchschnitt beträgt lediglich 3.

Die Folge: Das Rückschlagspotenzial ist hoch. Der Relative-Stärke-Index signalisiert aktuell einen stark überkauften Zustand der Aktie. Analysten rufen derzeit Kursziele von bis zu 211 Dollar auf. Verkaufsempfehlungen gibt es praktisch keine.

Der anstehende Quartalsbericht muss nun die hohe Bewertung rechtfertigen. Ein wichtiges Detail aus dem Vorquartal rückt dabei in den Fokus. Ende 2025 verlängerten sich die Laufzeiten neuer Verträge um fast 50 Prozent. Bestätigt sich dieser Trend zu langfristigen Bindungen am 29. April, untermauert das die ehrgeizigen Umsatzziele.

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Diskussion zu Nebius

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.