Die Nebius-Aktie meldet sich zurück. Nach einem volatilen Wochenstart und massiven Sorgen vor neuer Konkurrenz durch Meta greifen Anleger wieder zu. Am Mittwoch schloss das Papier bei 189,42 Euro. Der Fokus rückt zurück auf das Kerngeschäft: den rasanten Ausbau der eigenen KI-Infrastruktur.
Cloud-Plattform wächst rasant
Ein zentraler Treiber für die neue Zuversicht ist der Start der Saturn Cloud auf dem eigenen Marktplatz. Damit holt Nebius spezialisierte KI-Werkzeuge von Drittanbietern an Bord. Der Konzern stärkt so seine Position als vertikal integrierter Cloud-Anbieter. Parallel dazu rollt das Unternehmen ein großes technisches Update aus.
Die neue Version bringt verbesserte Sicherheitsfunktionen und mehr Speicher für das Training massiver KI-Modelle. Das Ziel: Bis Ende 2026 will Nebius seine Stromkapazität auf bis zu einem Gigawatt ausbauen.
Die fundamentale Basis für diese Wachstumspläne stimmt. Im ersten Quartal 2026 explodierte der Umsatz auf 399 Millionen US-Dollar. Der Verlust je Aktie fiel mit 23 US-Cent zudem deutlich geringer aus als von Analysten befürchtet.
Überzogene Konkurrenzsorgen
Dennoch sorgte Meta Anfang Juli für Panik. Berichte über eine mögliche Vermietung von überschüssigen Meta-Grafikkarten lösten einen massiven Kursrutsch aus. Analysten von Roth Capital und SemiAnalysis halten die Marktreaktion für stark überzogen. Meta brauche die Kapazitäten primär selbst. Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur übersteigt das Angebot weiterhin bei Weitem.
Charttechnisch navigiert die Aktie derzeit durch ein gemischtes Umfeld. Seit Jahresbeginn steht ein sattes Plus von knapp 148 Prozent auf der Anzeigetafel. Der aktuelle Kurs notiert leicht unter seinem kurzfristigen Durchschnitt. Die langfristige 200-Tage-Linie bei rund 117 Euro stützt das Papier jedoch massiv.
Insider machen Kasse
Institutionelle Investoren greifen unbeirrt weiter zu. Für TTRF Capital ist Nebius mit einem Portfolioanteil von 59 Prozent mittlerweile die größte Position. Auch State Street stockte zuletzt deutlich auf.
Die Firmenlenker selbst agieren indes völlig anders. In den vergangenen sechs Monaten registrierte der Markt 35 reine Insiderverkäufe. Erst im Juni stieß Vertriebschef Marc Boroditsky ein millionenschweres Aktienpaket ab. Infrastruktur-Chef Andrey Korolenko trennte sich im Mai sogar von über einer halben Million Papieren.
