Nebius treibt seine Expansion in Richtung „agentic AI“ voran – mit einer größeren Übernahme, einem prall gefüllten Auftragsbestand und ambitionierten Zielen für 2026. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Quartalszahlen: Das Wachstum ist rasant, aber die Umsetzung bleibt der Knackpunkt. Kann Nebius die zugesagte Kapazität schnell genug hochfahren, um den Auftragsbestand auch termingerecht abzuarbeiten?
Tavily-Übernahme und neues Rechenzentrum
Nebius hat die Übernahme von Tavily angekündigt. Der Deal wurde mit rund 275 Mio. US-Dollar beziffert; in der Kommunikation rund um die Transaktion kursiert zudem eine Bewertungsspanne von etwa 275 bis 400 Mio. US-Dollar. Tavily ist auf agentenbasierte Suchtechnologie spezialisiert und soll die eigene AI-Cloud um spezielle Search-Funktionen erweitern – damit rückt Nebius stärker in Richtung Software- und Service-Angebote.
Parallel dazu meldete das Unternehmen den Bau eines neuen Rechenzentrums in Birmingham (Alabama). Beides passt zur Stoßrichtung: mehr Kapazität, breiteres Angebot.
Q4-Zahlen: Umsatz unter Erwartung, Dynamik bleibt hoch
Im vierten Quartal 2025 lag der Umsatz bei 227,7 Mio. US-Dollar und damit unter den Konsensschätzungen von 246 Mio. US-Dollar. Der Jahresvergleich fällt dagegen extrem stark aus: Der Umsatz stieg laut Unternehmen um 547% gegenüber dem Vorjahr.
Auch bei der Profitabilität gab es Fortschritte. Die EBITDA-Marge des Kerngeschäfts legte auf 24% zu. Zudem erreichte Nebius im Quartal erstmals ein positives adjustiertes EBITDA.
Auffällig war das Cloud-Computing-Segment, das um 830% zulegte. Im Gesamtjahr 2025 erzielte Nebius 529,8 Mio. US-Dollar Umsatz. Beim ARR übertraf das Unternehmen das eigene Zielband von 900 Mio. bis 1,1 Mrd. US-Dollar und kam auf 1,2 Mrd. US-Dollar.
Mehr als 20 Mrd. Dollar Auftragsbestand
Ein zentraler Treiber für das Anlegerinteresse ist die vertraglich gesicherte Umsatzpipeline. Nebius verweist auf einen Fünfjahresvertrag mit Meta über 3 Mrd. US-Dollar (aus November 2025) sowie eine weitere Fünfjahresvereinbarung mit Microsoft im Volumen von über 19 Mrd. US-Dollar. Zusammen ergibt das einen Auftragsbestand von mehr als 20 Mrd. US-Dollar.
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Die erste Tranche für Microsoft wurde im November 2025 planmäßig geliefert, weitere Tranchen sind über 2026 verteilt vorgesehen. Im Earnings-Call zu Q4 sagte das Management zudem, die Zahl der Verträge mit Laufzeiten von mehr als zwölf Monaten habe sich gegenüber Q3 nahezu verdoppelt. Der durchschnittliche Verkaufspreis sei um mehr als 50% gestiegen.
Finanziell hob Nebius außerdem 700 Mio. US-Dollar von Nvidia ein und sicherte sich nach eigenen Angaben Zugang zu Top-GPUs mit Abschlägen von rund 20.000 US-Dollar pro Einheit. Angeboten werden stundenweise Mietmodelle für Nvidia-Systeme (u.a. H200, H100 und Blackwell) sowie tokenbasierter Softwarezugang zu KI-Modellen.
Ausblick 2026: Hohe Ziele, hoher Kapitalbedarf
Für 2026 stellt Nebius 3,0 bis 3,4 Mrd. US-Dollar Umsatz in Aussicht. Das ARR soll bis Jahresende 2026 bei 7 bis 9 Mrd. US-Dollar liegen. Zusätzlich nennt das Management eine adjustierte EBITDA-Marge von 40%.
Operativ sind die Kapazitätsziele klar beziffert: Die Zahl der Rechenzentrumsstandorte soll in diesem Jahr auf 16 steigen (von sieben in 2025). Die aktive Rechenzentrumsleistung soll bis Ende 2026 auf 800 Megawatt bis 1 Gigawatt wachsen – nach 170 Megawatt zum Ende des Vorjahres.
Der Haken: Die geplanten Investitionen (Capex) für 2026 liegen bei 16 bis 20 Mrd. US-Dollar. Rund 60% der dafür benötigten Finanzierung seien laut Unternehmen bereits gesichert. Zusätzlich erhielt Nebius in Q4 rund 830 Mio. US-Dollar an Kunden-Vorauszahlungen, die den Ausbau stützen und die Abhängigkeit von externen Kapitalmärkten verringern sollen.
Der nächste konkrete Datenpunkt folgt mit den Quartalszahlen am 29. April – dann wird sich zeigen, ob Nebius beim Kapazitätsaufbau und bei der Abarbeitung der für 2026 geplanten Liefertranchen im Plan bleibt.
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