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Nebius Aktie: Nvidia-Beteiligung von 9,3 Prozent bestätigt

Nvidia offenbart 9,3-Prozent-Anteil an Nebius. Die Aktie des KI-Cloud-Spezialisten legt zu, während Analysten die hohe Bewertung kritisch sehen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Nvidia hält knapp 9,3 Prozent
  • Warrant-Ausübung erst ab September
  • Kurs legt um über sieben Prozent zu
  • Kreditfinanzierung über 775 Millionen Dollar

Nvidia legt Karten auf den Tisch. Ein Pflichtformular bei der US-Börsenaufsicht SEC bestätigt jetzt, was Investoren seit Monaten vermuteten: Der Chipkonzern hält knapp 9,3 Prozent an Nebius. Die Aktie des niederländischen KI-Cloud-Anbieters springt daraufhin auf 172,12 Euro, ein Plus von 7,56 Prozent zum Vortagesschluss.

Warrant mit Sperrfrist

Die sogenannte Schedule-13G-Meldung zeigt die genaue Struktur der Beteiligung. Nvidia hält demnach 22,26 Millionen Class-A-Aktien von Nebius. Davon stammen 1,19 Millionen aus einer bereits im ersten Quartal gemeldeten Position, der Rest – gut 21 Millionen Aktien – resultiert aus einem vorfinanzierten Warrant vom 11. März 2026.

Wichtig für die Kursreaktion: Eine 13G-Meldung ist das Standardformular für passive Investoren. Nvidia signalisiert damit, keine Kontrolle über Nebius anzustreben. Der Warrant lässt sich zudem erst ab dem 11. September 2026 ausüben. Bis dahin kann Nvidia die zugrundeliegenden Aktien auch nicht verkaufen – ein Detail, das kurzfristigen Verkaufsdruck praktisch ausschließt.

Die Beteiligung geht auf eine bereits im Frühjahr angekündigte Investition zurück. Nvidia hatte zugesagt, zwei Milliarden Dollar in das niederländische Unternehmen zu stecken. Beide Firmen wollen künftig bei KI-Infrastruktur, Flottenmanagement und Inferenz-Technologie zusammenarbeiten.

Rally begann schon am Montag

Die eigentliche Kursbewegung startete bereits Montagabend. Nachdem die 13G-Meldung am 13. Juli öffentlich wurde, zog die Nebius-Aktie im nachbörslichen Handel um bis zu 4,6 Prozent an. Der Schwung hielt bis in den Dienstagmorgen an – im vorbörslichen US-Handel legte das Papier zeitweise fast sieben Prozent zu.

Die Nvidia-Nachricht trifft auf ein Unternehmen, das gerade erst eine andere Sorge ausgeräumt hat. Nebius sicherte sich am 17. Juli eine besicherte Kreditfinanzierung über 775 Millionen Dollar. Das Geld soll die globale Expansion stützen, abgesichert durch die eigene GPU-Infrastruktur. Anleger hatten zuvor eine Verwässerung durch neue Aktienausgaben befürchtet – die Fremdkapitalrunde nahm dieser Sorge einiges an Schärfe.

Deutlicher Abstand zum Rekordhoch

Trotz des kräftigen Sprungs bleibt Nebius weit von seinem bisherigen Höchststand entfernt. Am 22. Juni hatte die Aktie noch bei 261,00 Euro notiert, aktuell liegt sie 34,05 Prozent darunter. Der Vergleich mit dem 200-Tage-Durchschnitt zeigt trotzdem die enorme Distanz, die das Papier in den vergangenen zwölf Monaten zurückgelegt hat: Der aktuelle Kurs liegt 43,63 Prozent über diesem langfristigen Mittelwert.

Die Kennzahlen unterstreichen, wie volatil die Aktie derzeit gehandelt wird. Ein RSI von 44,3 deutet weder auf eine überkaufte noch auf eine überverkaufte Situation hin. Nebius bleibt damit ein Papier mit ausgeprägten Ausschlägen in beide Richtungen.

Wachstumsfantasie trifft auf hohe Bewertung

Nebius hat sich als einer der am schnellsten wachsenden Infrastruktur-Anbieter der Branche positioniert. Meta hatte im März einen langfristigen Vertrag über bis zu 27 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur bei Nebius unterzeichnet. Die Nvidia-Beteiligung fügt dieser Wachstumsgeschichte nun ein weiteres Kapitel hinzu.

Nicht jeder liest die Offenlegung als reines Kaufsignal. In den vergangenen drei Monaten haben Insider Aktien im Wert von 141,8 Millionen Dollar verkauft – ein Hinweis auf mögliche Gewinnmitnahmen im eigenen Management. Auch die Bewertung wirkt ambitioniert: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der vergangenen zwölf Monate liegt bei knapp 60, verglichen mit einem Fünf-Jahres-Median von 27,81. Auf Basis erwarteter Gewinne steigt die Kennzahl sogar auf über 200 – ein Wert, der auf sehr hohe Wachstumserwartungen der Investoren hindeutet.

Für den Moment überwiegt die positive Lesart. Die formalisierte Nvidia-Beteiligung, die frische Kreditfinanzierung und anhaltende Nachfrage großer Cloud-Kunden verleihen der Aktie neuen Schwung – auch wenn der Weg zurück zum Juni-Hoch noch weit ist.

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Diskussion zu Nebius

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.