Nebius zieht das Tempo im KI-Infrastrukturausbau deutlich an. CEO Arkady Volozh hebt die Investitionsplanung für 2026 auf 20 bis 25 Milliarden Dollar an. Das ist mehr als nur ein größeres Budget: Der Konzern setzt darauf, dass Rechenleistung für KI auf absehbare Zeit knapp bleibt.
Bislang lag die Zielspanne bei 16 bis 20 Milliarden Dollar. Als Treiber nennt das Management ein außergewöhnlich starkes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bei KI-Infrastruktur. Kurz gesagt: Wer GPUs und Strom hat, kann derzeit verkaufen.
Ausbau im Gigawatt-Maßstab
Der höhere Capex hängt direkt mit neuen Standorten in den USA und Europa zusammen. In Pennsylvania hat Nebius Land und Strom für eine KI-Fabrik mit 1,2 Gigawatt Leistung gesichert. In Missouri läuft bereits der Aufbau eines weiteren großen Campus, der ebenfalls auf diese Größenordnung ausgelegt ist.
Bis Ende des ersten Quartals 2026 hatte Nebius Stromverträge über mehr als 3,5 Gigawatt abgeschlossen. Als Mindestziel nennt das Unternehmen nun 4,0 Gigawatt angeschlossene Leistung bis Jahresende. Damit schafft Nebius die Grundlage für Verträge mit großen Hyperscalern.
Besonders ins Gewicht fallen zwei Partnerschaften. Meta steht für ein Volumen von 27 Milliarden Dollar, Microsoft für eine Zusage von 17,4 Milliarden Dollar. Solche Größenordnungen erklären, warum Nebius den Ausbau trotz hoher Vorleistungen beschleunigt.
Finanzierung ist der harte Teil
Für den Investitionslauf hat Nebius mehr als 6 Milliarden Dollar frisches Kapital eingesammelt. Darin enthalten sind eine Wandelanleihe über 4 Milliarden Dollar sowie eine strategische Beteiligung von NVIDIA über 2 Milliarden Dollar. Das verschafft Luft, ersetzt aber keine saubere Umsetzung.
Die Ausgaben steigen bereits massiv. Im ersten Quartal 2026 lagen die Investitionen bei 2,5 Milliarden Dollar, nach 544 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der operative Druck dürfte damit zunächst zunehmen.
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Das Management verweist auf die Nachfrage. Volozh sagte, derzeit konkurrierten vier oder mehr Kunden um jede GPU, die Nebius seinen Clustern hinzufügt. Das ist eine starke Aussage, weil sie die Logik hinter dem Ausbau auf den Punkt bringt.
Auch die Umsatzentwicklung stützt diese Erzählung. Im ersten Quartal erzielte Nebius 399 Millionen Dollar Konzernumsatz, ein Plus von 75 Prozent gegenüber dem Schlussquartal des Vorjahres. Das Kerngeschäft mit KI kam auf 390 Millionen Dollar.
Die EBITDA-Marge in diesem Segment stieg auf 45 Prozent. Damit zeigt Nebius, dass die Plattform bei vorhandener Auslastung profitabel skalieren kann. Die offene Flanke bleibt der Zeitpunkt, zu dem neue Kapazitäten tatsächlich Umsatz liefern.
Aktie läuft, Erwartungen steigen
Am Markt kommt die Strategie gut an, aber nicht ohne Vorbehalte. Die Aktie erreichte neue Höchststände und beendete die jüngste Handelswoche nahe 220 Dollar. Einige Analysten warnen dennoch vor kurzfristigem Margendruck.
Ein Grund ist der Zeitplan. Ein Großteil der neuen Kapazität soll erst im dritten und vierten Quartal 2026 ans Netz gehen. Damit verschiebt sich ein erheblicher Teil des erwarteten Umsatzwachstums in die zweite Jahreshälfte.
Die Kursziele zeigen die Spannbreite der Einschätzungen. DA Davidson sieht die Aktie bei 250 Dollar, BofA Securities nennt 205 Dollar. Beide Marken liegen eng an der Frage, wie schnell Nebius die angekündigte Infrastruktur in zahlende Auslastung übersetzt.
Als nächste operative Marken rücken der Baufortschritt in Pennsylvania und die Integration von Eigen AI in den Vordergrund. Die übernommene Plattform kostete 643 Millionen Dollar und soll Nebius’ softwaredefinierte Inferenzdienste stärken. Gelingt der Kapazitätsanlauf im zweiten Halbjahr ohne größere Reibungsverluste, bekommt die hohe Investitionsquote ein klareres Ertragsfundament.
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