Der Wandel vom reinen Infrastruktur-Anbieter zur margenstarken KI-Plattform treibt Nebius Group an. Anleger reagieren euphorisch auf die jüngste Übernahme. Die Aktie kletterte am Montag um gut 14 Prozent und markierte ein neues Allzeithoch. Der breite Markt bewegte sich derweil kaum vom Fleck.
Strategischer Schwenk durch Eigen AI
Für 643 Millionen US-Dollar kauft Nebius das kalifornische Start-up Eigen AI. Das 20-köpfige Team optimiert Open-Source-Modelle von Entwicklern wie OpenAI oder Meta. Damit verlässt Nebius sein angestammtes Terrain. Der Konzern greift nun direkt im lukrativeren Plattform-Geschäft an.
Das Handelsvolumen explodierte am Dienstag auf knapp 25 Millionen Aktien. Normalerweise wechseln täglich nur etwa 14 Millionen Papiere den Besitzer. Seit Jahresbeginn steht bereits ein Kursplus von 85 Prozent zu Buche.
Milliarden-Auftragsbuch und neue Vertriebswege
Parallel dazu baut Nebius seine Reichweite bei Großkunden aus. Eine neue Vertriebspartnerschaft mit TD SYNNEX öffnet globale Kanäle. Nebius liefert die Cloud-Plattform und Nvidia-Cluster für das neue KI-Infrastruktur-Angebot des Partners. TD SYNNEX kauft dafür feste Kapazitäten in den Rechenzentren ein.
Das Auftragsbuch füllt sich rasant. Inklusive langfristiger Verträge mit Microsoft und Nvidia beläuft sich der Auftragsbestand auf fast 50 Milliarden US-Dollar. Microsoft erhält bereits erste Lieferungen. Bis Ende 2026 folgen sieben weitere Kapazitätstranchen.
Das erfordert massive Investitionen. Nebius plant für 2026 Kapitalausgaben von bis zu 20 Milliarden US-Dollar. Die Rechenzentrumskapazität soll bis Jahresende von 170 Megawatt auf maximal ein Gigawatt steigen.
Hohe Erwartungen vor den Quartalszahlen
Die Investmentbank Wolfe Research startete die Bewertung der Aktie nun mit „Peer Perform“. Die Analysten sehen eine gesicherte Nachfrage durch Großkunden. Sie warnen aber vor Ausführungs- und Finanzierungsrisiken. Den fairen Wert siedeln sie in einer breiten Spanne zwischen 80 und 170 US-Dollar an.
Mit einem Umsatz-Multiple von 68 ist die Aktie sportlich bewertet. Am 13. Mai präsentiert Nebius die Zahlen für das erste Quartal.
Analysten erwarten einen Umsatz von rund 389 Millionen US-Dollar. Das entspräche einem massiven Wachstum von etwa 600 Prozent zum Vorjahr. Unter dem Strich rechnen Experten weiterhin mit Verlusten.
Der anstehende Quartalsbericht wird zum Härtetest für die hohe Bewertung. Im Fokus stehen dabei die Entwicklung der wiederkehrenden Umsätze und die operativen Margen. Liefert Nebius hier solide Fortschritte, stützt das den jüngsten Ausbruch. Enttäuschen die Zahlen, droht angesichts der steilen Kursrallye ein scharfer Rücksetzer.
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