Der globale Cloud-Markt steuert auf die Billionen-Marke zu. Mittendrin surft Nebius als Spezialist für KI-Rechenzentren auf einer beispiellosen Nachfragewelle. Das Geschäft brummt. Die Aktie stürzte in der vergangenen Woche dennoch um fast 13 Prozent ab. Starke Fundamentaldaten treffen auf einen extrem volatilen Markt.
Der Hunger nach Rechenleistung
Künstliche Intelligenz frisst Serverkapazitäten. Der weltweite Cloud-Markt erreicht in diesem Jahr voraussichtlich ein Volumen von knapp 918 Milliarden Euro. KI-Anwendungen machen daran mittlerweile 19 Prozent aus. Vor drei Jahren lag dieser Anteil noch im einstelligen Bereich.
Nebius positioniert sich in diesem Umfeld als sogenannter Neocloud-Anbieter. Das Unternehmen baut riesige KI-Fabriken und rüstet Rechenzentren mit speziellen Grafikprozessoren aus. Das Konzept geht auf. Der Umsatz im ersten Quartal stieg massiv an.
Das Management plant nun den großen Wurf. Bis Ende des Jahres will Nebius weltweit mehr als vier Gigawatt an vertraglich gesicherter Leistung bereitstellen.
Milliarden-Deals sichern das Wachstum
Die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Nebius profitiert von einem branchenweiten Mangel an dedizierten KI-Rechenzentren. Tech-Giganten sichern sich daher frühzeitig Kapazitäten. Meta Platforms unterzeichnete kürzlich einen langfristigen Vertrag. Auch Microsoft gehört zu den Kunden.
Insgesamt summieren sich diese Vereinbarungen auf über 45 Milliarden US-Dollar. Das bringt enorme Planungssicherheit. Nebius baut parallel dazu massiv aus. Neun neue Rechenzentren entstehen aktuell. Über zwei Gigawatt an Leistung hat das Unternehmen bereits vertraglich fixiert.
Extreme Schwankungen als Normalität
Dieser fundamentale Rückenwind trieb den Kurs lange Zeit steil nach oben. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von rund 159 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten steht sogar ein Gewinn von 326 Prozent auf der Anzeigetafel. Die Marktkapitalisierung kletterte auf über 55 Milliarden Euro. Soweit so gut.
Ein Selbstläufer ist das Papier trotzdem nicht. Die vergangene Handelswoche endete mit einem Minus von 12,9 Prozent bei 197,90 Euro. Damit rutschte der Kurs rund 18 Prozent unter das erst Anfang Juni markierte 52-Wochen-Hoch.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei extremen 136 Prozent. Das zeigt deutlich: Der Markt ringt um die richtige Bewertung. Investoren preisen künftiges Wachstum gegen operative Risiken ein.
Die langfristige Perspektive bleibt intakt. Die Nachfrage nach KI-Rechenleistung übersteigt das Angebot weiterhin deutlich. Kurzfristig bleibt die Volatilität jedoch hoch. Hält die Unterstützung am 50-Tage-Durchschnitt bei rund 149 Euro, bleibt der Aufwärtstrend ungefährdet. Fällt diese Marke, droht ein tieferer Rücksetzer in Richtung der 100-Tage-Linie.
