Nvidia-Chef Jensen Huang nennt ein Unternehmen öffentlich „world-class“ — und der Kurs explodiert. Nebius Group schloss am 2. Juni 2026 auf einem Allzeithoch. Hinter der Bewegung steckt mehr als ein Kompliment.
Jensen Huang als Kurstreiber
Beim COMPUTEX-Keynote in Taiwan hob Huang Nebius als einen von wenigen erstklassigen KI-Cloud-Anbietern hervor. Er nannte konkrete Kunden: die KI-Coding-Plattform Cursor, das Spatial-Intelligence-Unternehmen World Labs, den Digitalbank-Dienst Revolut und E-Commerce-Riese Shopify.
Die Wirkung war unmittelbar. Am 1. Juni sprang die Aktie um 14,5 Prozent auf 264,51 Dollar. Das Intraday-Hoch lag bei 274,80 Dollar. Zum Vergleich: Oracle und CoreWeave, die Huang ebenfalls nannte, stiegen am selben Tag um knapp zehn beziehungsweise 14 Prozent.
Am Folgetag bewegte sich die Aktie zwischen 238 und 274,80 Dollar. Das Handelsvolumen lag bei 24,25 Millionen Aktien — deutlich über dem Tagesdurchschnitt von 18,39 Millionen.
Wachstum, das kaum Vergleiche kennt
Die Euphorie hat fundamentale Grundlage. Im ersten Quartal 2026 erzielte Nebius einen Umsatz von 399 Millionen Dollar — ein Plus von 684 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das KI-Cloud-Kerngeschäft wuchs sogar um 841 Prozent auf 389,7 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA drehte mit 129,5 Millionen Dollar klar ins Positive.
Den Jahresabschluss 2025 beendete Nebius mit einem annualisierten Umsatz von 1,25 Milliarden Dollar — einem 14-fachen Anstieg gegenüber Ende 2024. Für Ende 2026 peilt das Unternehmen 7 bis 9 Milliarden Dollar an. Das wäre ein weiterer Anstieg von rund 540 Prozent.
Abgesichert ist dieses Wachstum durch Verträge im Wert von über 46 Milliarden Dollar mit Meta und Microsoft. Die beiden Konzerne buchen dedizierte KI-Rechenzentrumskapazität für die nächsten fünf Jahre. Die Cloud-Pipeline wuchs im ersten Quartal um das 3,5-Fache — und das ohne diese Hyperscaler-Deals.
Analysten uneins über die Bewertung
Citigroup hob das Kursziel auf 287 Dollar an — das höchste auf der Wall Street — und bestätigte die Kaufempfehlung. Citizens-Analyst Greg Miller zog nach und erhöhte sein Ziel auf 270 Dollar. Er sieht Nebius weiterhin in einer Phase von „Hyper-Growth“, gestützt durch die Kontrolle über den eigenen Technologie-Stack, Stromversorgung und Rechenzentrumskapazität.
Allerdings gibt es auch Gegenwind. BNP Paribas startete die Abdeckung mit einem neutralen Rating und einem Kursziel von 255 Dollar — unter dem aktuellen Kurs. Die Botschaft: Viel Wachstum ist bereits eingepreist. Die Gesamtverbindlichkeiten liegen bei rund 8 Milliarden Dollar. Ein positives bereinigtes Betriebsergebnis erwartet die Bank frühestens im ersten Quartal 2027. Die Leerverkaufsquote von 17 Prozent zeigt, dass ein Teil des Marktes skeptisch bleibt.
Citi-Analyst Tyler Radke sieht das Liquiditätsrisiko dennoch als begrenzt an: Rund 90 Prozent der geplanten Investitionen sind bereits durch Barmittel und vertragliche Zusagen gedeckt. Bis 2030 will Nebius eine Rechenzentrumskapazität von fünf Gigawatt aufbauen — darunter ein 310-Megawatt-Komplex im finnischen Lappeenranta, der 2027 fertiggestellt werden soll.
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