Der Nasdaq 100 klettert weiter – und läuft dabei genau in die Zone, die Chartanalysten seit Wochen im Blick haben. Bei 30.599 Punkten wartet ein Widerstand, an dem der Index schon einmal abgeprallt ist. Jetzt bildet sich dort ein sogenannter Doppel-Top, ein Muster, das Trader als Warnsignal für eine mögliche Umkehr lesen.
Der Index notiert aktuell bei 30.405 Punkten und damit deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 29.368 Punkten. Der RSI, ein gängiger Indikator für Überkauftheit, steht bei 74,9 – ein Wert, der klassischerweise als Warnzeichen für nachlassende Kaufkraft gilt. Hinzu kommt: Das Handelsvolumen beim letzten Anstieg schwächelte, was auf nachlassende Überzeugung der Käufer hindeutet.
Rückenwind durch fallende Ölpreise
Getragen wird die Rally von einem breiteren Marktoptimismus. Sinkende Ölpreise dämpfen die Inflationssorgen und beflügeln die US-Börsen zum Wochenstart. Anleger richten den Blick auch auf die UN-Generalversammlung und ein für Mittwoch erwartetes Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping, bei dem laut Erwartungen auch das Thema Künstliche Intelligenz zur Sprache kommen soll.
Tech- und Chipwerte profitieren besonders: Trump hält trotz wachsender Warnungen vor KI-Risiken an seinem Kurs fest, die Entwicklung der Technologie in den USA weiter zu beschleunigen. Intel und Nvidia gehören zu den Gewinnern der vorbörslichen Sitzung, während auch Kryptowerte wie Strategy und Coinbase von der gestiegenen Risikobereitschaft der Anleger profitieren.
Enge Spanne, klare Reizschwellen
Charttechnisch bewegt sich der Index derzeit in einer engen Bandbreite zwischen 29.800 und 30.400 Punkten – eine Zone, die Analysten als wenig aussagekräftig für neue Positionen einstufen. Erst ein Ausbruch nach oben oder unten dürfte klare Signale liefern:
- Bullen bräuchten einen Schlusskurs über 30.650 Punkten, um das Doppel-Top-Muster zu entkräften
- Unterhalb von 29.777 Punkten würden Bullen ihren technischen Vorteil verlieren
- Ein RSI-Rückgang unter 70 in Kombination mit einem Bruch der Unterstützung würde Bären bestätigen
- Die nächste größere Unterstützungszone liegt bei 29.304 bis 29.368 Punkten, wo sich der 200-Tage-Durchschnitt mit einer wichtigen Fibonacci-Marke überschneidet
Die kommenden Tage dürften zeigen, in welche Richtung sich der Index aus dieser engen Spanne löst. Die Gipfeltreffen zur Wochenmitte könnten dabei den entscheidenden Impuls liefern – nach oben wie nach unten.
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