Der NASDAQ 100 verzeichnete am Freitag eine Tagesveränderung von -2,2% im Umfeld wachsender Sorgen um kreditfinanzierte KI-Investitionen. Laut Reuters belastete die Frage, ob die Infrastrukturprojekte schnell genug Erträge zur Bedienung der Schulden liefern können. Damit rückt für Anleger neben dem Wachstumspotenzial künstlicher Intelligenz stärker die Tragfähigkeit ihrer Finanzierung in den Mittelpunkt.
Zweifel an der Rendite großer KI-Investitionen
Reuters nannte die Schuldenlast des von Nvidia unterstützten Unternehmens CoreWeave und steigende Kreditkosten als Brennpunkte des branchenweiten Rückzugs. Technologie- und Chipaktien gerieten unter Verkaufsdruck. Die Verunsicherung betraf damit nicht allein einen einzelnen Kreditnehmer, sondern das Umfeld der KI-Infrastrukturinvestitionen.
Entscheidend ist dabei das zeitliche Zusammenspiel von Ausgaben und Rückflüssen. Die Investitionen werden über Kredite finanziert, während ihre Erträge möglicherweise nicht schnell genug zur Rückzahlung beitragen. Höhere Finanzierungskosten verschärfen diese Sorge zusätzlich. Für den NASDAQ 100 ergibt sich daraus eine Belastung, die über kurzfristige Erwartungen an das Umsatzwachstum hinausgeht.
Inflationsdaten verstärken den Zinsdruck
Zusätzlichen Druck brachten die am Donnerstag gemeldeten US-Konjunkturdaten. Laut Reuters stiegen die Erzeugerpreise im September gegenüber dem Vormonat um 1,3%. Das war der stärkste Anstieg seit März 2022. Die Einzelhandelsumsätze legten zugleich um 0,8% zu.
Die Inflationsüberraschung verstärkte die Zins- und Finanzierungssorgen bei zinssensitiven Technologieaktien. Damit trafen die Zweifel an den Rückflüssen aus KI-Projekten auf ein ungünstigeres geldpolitisches Umfeld.
Bereits am Mittwoch hatte Reuters über einen Anstieg der jährlichen US-Verbraucherpreisinflation auf 3,7% im September berichtet. Im August hatte sie 3,4% betragen. Nach der überraschend hohen Teuerungsrate lag die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der nächsten Fed-Sitzung bei rund 40%.
Quartalsberichte werden zum nächsten Prüfstein
Für Anleger folgen nun Unternehmenstermine, die neue Anhaltspunkte zur Geschäftsentwicklung liefern können. Netflix hat seine Quartalszahlen für den 20. Oktober angekündigt, Tesla für den 21. Oktober.
Besonders relevant für die aktuelle Investitionsdebatte sind anschließend die angekündigten Berichte von Microsoft und Alphabet. Ihre Aussagen zu Cloud-Geschäft und KI-Ausgaben können helfen, die Erwartungen an weitere Investitionen und deren wirtschaftliche Perspektiven einzuordnen.
Beide Unternehmen wollen am 28. Oktober Zahlen vorlegen. Am selben Tag steht die geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve an. Unternehmensausblicke und Zinsentscheidung bilden damit die nächsten konkreten Prüfsteine für die Finanzierungsbedenken, die den NASDAQ 100 zuletzt belasteten.
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