Mutares verkauft die inTime Group an die britische Tawin Holdings — und die Aktie notiert trotzdem auf dem tiefsten Stand seit zwölf Monaten. Der Exit zeigt, dass das Geschäftsmodell funktioniert. Die Kursentwicklung zeigt, dass Anleger derzeit andere Sorgen haben.
Turnaround in unter einem Jahr
Mutares hatte die inTime Group erst im August 2025 übernommen. Weniger als ein Jahr später ist der Verkauf abgeschlossen. Der Käufer, Tawin Holdings, ist die Muttergesellschaft des Logistikspezialisten Priority Freight.
Zum Verkaufspaket gehören neben der inTime Group GmbH auch die Töchter Trans-Logo-Tech und Routewise. Das Unternehmen erzielte zuletzt rund 100 Millionen Euro Jahresumsatz und beschäftigt etwa 400 Mitarbeitende. Mutares hatte in der Zwischenzeit die Fahrzeugflotte optimiert, Personal angepasst und IT-Strukturen gestrafft. Das Ziel: ein skalierbares Logistikunternehmen, das sich für einen Weiterverkauf eignet.
Kapitalerhöhung und Covenant-Problem
Parallel zum Exit läuft eine Kapitalerhöhung mit einem angestrebten Erlös von 105 Millionen Euro. Der Bezugspreis liegt bei 24,50 Euro je neuer Aktie — knapp unter dem aktuellen Kurs von 25,10 Euro. Die Bezugsfrist endet am 21. April 2026. Institutionelle Investoren hatten die Vorabplatzierung bereits überzeichnet.
Das Geld soll vor allem die US-Expansion finanzieren und die Bilanz stärken. Letzteres ist dringlicher als es klingt. Mutares hatte bei bestimmten Finanzkennzahlen — konkret beim Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital — die vereinbarten Grenzen nicht eingehalten. Die Anleihegläubiger haben einem vorübergehenden Verzicht bis Ende Juni 2026 zugestimmt. Das Management will die Kennzahlen durch Anleiherückzahlungen und Transaktionserlöse bis dahin wieder erfüllen.
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Kein Wunder, dass der Kurs unter Druck steht. Mit einem Minus von rund 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Abstand von fast 32 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bei 36,75 Euro spiegelt der aktuelle Kurs die Summe dieser Unsicherheiten wider.
Was jetzt konkret ansteht
Am 21. April endet die Bezugsfrist für die neuen Aktien. Eine Woche später, am 28. April, veröffentlicht Mutares den testierten Geschäftsbericht für 2025. Marktteilnehmer erwarten dort Bewertungseffekte aus den jüngsten Zukäufen — darunter zwei Zulieferbetriebe des Magna-Konzerns.
Für 2026 plant Mutares einen Konzernumsatz zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro sowie ein Nettoergebnis der Holding zwischen 165 und 200 Millionen Euro. Mittelfristig strebt das Unternehmen ein jährliches Wachstum von 25 Prozent an. Ob der Geschäftsbericht am 28. April die nötige Klarheit über Bewertungen und Verschuldung liefert, wird maßgeblich bestimmen, wie Anleger die nächste Phase der Expansion einschätzen.
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