Kapitalerhöhung abgeschlossen, Covenant-Problem bekannt, Kurs auf Jahrestief — und trotzdem kauft Mutares gerade zu. Zwei neue Deals mit Magna International sollen zeigen, dass das Unternehmen trotz Bilanzstress handlungsfähig ist.
Bezugsfrist endet heute
Die Zeichnungsperiode für die Bezugstranche läuft heute ab. Bestehende Aktionäre konnten im Verhältnis 5:1 neue Aktien zeichnen. Nicht ausgeübte Bezugsrechte verfallen ohne Entschädigung.
Die neuen Aktien sollen am 28. April geliefert werden — mit Handelsbeginn an der Frankfurter Wertpapierbörse am selben Tag. Insgesamt gibt Mutares bis zu 4,27 Millionen neue Aktien aus, was bis zu 20 Prozent des Grundkapitals entspricht. Bei vollständiger Platzierung fließen bis zu 105 Millionen Euro brutto in die Kasse.
Die institutionelle Vorabtranche lief stark: Das Orderbuch war fast dreifach überzeichnet. Über 60 Prozent der Orders kamen aus den USA und Großbritannien. Rund 1,08 Millionen Aktien wurden zu 24,50 Euro je Aktie platziert.
Warum das Geld gebraucht wird
Hinter der Kapitalmaßnahme steckt ein konkretes Problem. Auf Basis der vorläufigen Zahlen für 2025 droht Mutares, einen Covenant in den Anleihebedingungen zu reißen — konkret das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital. Ursachen sind Bewertungseffekte, weniger eigenkapitalstärkende Transaktionen im vierten Quartal und deutlich gestiegene Leasingverbindlichkeiten.
Ab dem zweiten Quartal 2026 will Mutares pro Quartal mindestens 25 Millionen Euro der Anleihe 2023/2027 zurückkaufen. Rund 80 Prozent der Kapitalerhöhungserlöse fließen in die US-Expansion, der Rest stärkt die Bilanz.
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Zwei Magna-Deals als Signal
Parallel zur Kapitalmaßnahme hat Mutares zwei Automobilzulieferer von Magna International übernommen. Die Abschlüsse sollen im zweiten Quartal 2026 erfolgen, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen. Details zu den Unternehmen nannte Mutares bislang nicht.
Auf der Exit-Seite verkaufte Mutares im April die inTime Group an die Tawin Holdings Group. Die Logistikgruppe war erst im August 2025 übernommen und seitdem restrukturiert worden.
Der Kurs spiegelt die Belastungen des vergangenen Jahres wider: Mit 24,85 Euro notiert die Aktie auf dem 52-Wochen-Tief — rund 25 Prozent unter dem Stand vor zwölf Monaten.
Dichter Terminkalender im April und Mai
Der 28. April wird für Aktionäre zum Doppeltermin: Aktienlieferung und Veröffentlichung des vollständigen Geschäftsberichts 2025 fallen zusammen. Für 2025 wuchs der Konzernumsatz auf 6,5 Milliarden Euro, der Holding-Gewinn stieg auf 130 Millionen Euro.
Am 12. Mai folgt der Quartalsbericht für Q1 2026. Dann wird sich zeigen, ob die Magna-Akquisitionen und die laufenden Anleihekäufe den Covenant-Druck tatsächlich lindern — oder ob weiterer Handlungsbedarf besteht.
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